Anklage wegen Kreditbetruges und Untreue

Beluga-Prozess: Stolberg hofft auf Bewährungsstrafe

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Der Ex-Chef der Reederei Beluga, Niels Stolberg, ist wegen Betruges und Untreue angeklagt.

Bremen - Der wegen Kreditbetruges und Untreue angeklagte Ex-Chef der einstigen Bremer Beluga-Reederei, Niels Stolberg, hofft auf ein Urteil mit Bewährungsstrafe. In einem emotionalen Schlusswort räumte der 57-Jährige am Donnerstag Fehler ein, die er zutiefst bedauere.

„Es tut mir sehr leid", sagte Stolberg am vorletzten Verhandlungstag vor dem Landgericht Bremen. Er habe in den vergangenen sieben Jahren alles verloren und wünsche sich nichts mehr als ein normales Leben. Deshalb hoffe er, dass er mit einer Bewährungsstrafe davonkomme. Er machte aber auch klar: „Ich werde für meine Fehler geradestehen." 

Die Staatsanwaltschaft hatte für Stolberg eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren und für drei mitangeklagte Ex-Beluga-Manager Bewährungsstrafen gefordert. Die Urteile in dem seit Januar 2016 laufenden Prozess sollen am 15. März fallen. Stolberg hatte bei Beluga mit Beginn der Schifffahrtskrise auf Wachstum gesetzt und seine Schiffsflotte weiter ausgebaut. Dabei setzte er auf ein umstrittenes Finanzierungsmodell. Mit aufgeblähten Rechnungen für Schiffsneubauten brachte er die Banken dazu, höhere Kredite zu gewähren. Den Vorwurf der Bilanzfälschung hatte er von Beginn an eingeräumt. 

Er habe versäumt, Beluga ausreichend auf die Krise vorzubereiten, sagte Stolberg. Aus heutiger Sicht seien ihm seine Fehler unbegreiflich. Er habe sein Lebenswerk, seine Reputation und seine Gesundheit verloren, sagte Stolberg, der im vorigen Jahr an Krebs erkrankte und schon seit langem in Privatinsolvenz lebt. 

Die Anwälte der weiteren drei Angeklagten stimmten im Grundsatz der Forderung der Staatsanwaltschaft nach Bewährungsstrafen für ihre Mandaten zu. Allerdings mahnten sie auch mit Blick auf die lange Verfahrensdauer ein niedrigeres Strafmaß an. Staatsanwältin Silke Noltensmeier hatte für die drei mitangeklagten Ex-Beluga-Manager Bewährungsstrafen zwischen elf Monaten sowie einem Jahr und zehn Monaten gefordert. - dpa

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