Simulation der Europäischen Union

Ein beliebtes Modell

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Die Bremer Studentin Lisa zählte zu den 230 Teilnehmern aus 43 Nationen, die bei der aktuellen Ausgabe des Programms „Model European Union“ im Straßburger EU-Parlament dabei waren.

Bremen - Von Isabel Niesmann. „Sich auf praktische Art mit Politik und aktuellen Themen auseinandersetzen, neue Leute kennenlernen, die ähnliche Interessen haben, sich vernetzen und austauschen“, blickt die Bremer Studentin Lisa auf ihre Erfahrungen bei der Teilnahme an der „Model European Union Straßburg“ zurück. Wenn das Ganze dann noch in einer so schönen Stadt wie der Elsass-Metropole Straßburg stattfindet, mache der Feierabend natürlich doppelt Spaß.

Entgegen der weitverbreiteten Anti-EU-Stimmung bleibt die Simulation der Europäischen Union in Straßburg ein erfolgreiches und beliebtes Modell, die Bewerberzahlen steigen jährlich. Die aktuelle und mittlerweile zehnte Ausgabe zog 230 Teilnehmer aus 43 Nationen an. Mittlerweile gibt es in mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern von Estland bis Ägypten vergleichbare Simulationen nach dem Straßburger Vorbild.

Hautnah erleben die jungen Menschen hier den komplizierten Gesetzgebungsprozess der EU in authentischer Kulisse, direkt im Parlamentsgebäude. Dafür übernehmen sie eine Woche lang verschiedene Rollen: Sie sind Parlamentarier, Minister, Journalist, Dolmetscher oder Lobbyist und debattieren, bilden Koalitionen oder versuchen ihre Interessen durchzusetzen und Argumente zu platzieren.

Zusätzlich gibt es ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm, unter anderem mit Gala, Flammkuchenessen, Stadtrundgang, Kostüm-, Willkommens- und Abschiedsparty.

Freiwillige aus ganz Europa beteiligt

„Model European Union“ ist ein Projekt vom Verein Beta (Bringing Europeans Together Association), das die Simulation gemeinsam mit einem 70-köpfigen Team von Freiwilligen aus ganz Europa organisiert. Beta-Präsident Max Walrus Frey betonte bei der Abschlussveranstaltung die Wichtigkeit solcher Simulationen.

„Sie stärken die aktive europäische Zivilgesellschaft. Ich hoffe, Ihr geht hier kritischer und enthusiastischer heraus“, wandte er sich an die Teilnehmer. Die Simulation sei anstrengend, herausfordernd und eine tolle Erfahrung: „Es ist wie Erasmus in einer Woche.“

Als eine von zehn Journalisten war es Lisas Aufgabe, das Geschehen im Parlament genau zu analysieren, sich während der Kaffee- und Mittagspausen Informationen zu beschaffen und bei der täglichen Pressekonferenz die Lobbyisten, Parlamentarier und Minister mit Fragen zu löchern. „Ich fand es sehr spannend, mich einmal näher und aus einer praktischen Perspektive mit Europäischer Politik auseinanderzusetzen. Besonders gut hat mir gefallen, dass alle ihre Rollen so ernst genommen haben und wir Journalisten dadurch auch wirklich etwas zu berichten hatten“, sagte die Bremerin, die an der Universität ihrer Heimatstadt „Integrierte Europastudien“ studiert und auch nebenbei journalistisch tätig ist.

Auf die Simulation in Straßburg sei sie durch Zufall gestoßen. Zwar habe sie momentan noch keine konkreten Pläne, könne sich aber gut vorstellen, nochmal an einer ähnlichen Simulation teilzunehmen.

Momentan aber haben erst einmal andere Dinge Vorrang. Lisa muss jetzt ihre Bachelorarbeit schreiben.

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