Beliebte Schweinefamilie in der Sögestraße wieder vereint

Vermisstes Ferkel ist zurück

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Thomas Schmalz (v.l.) von der Gießerei Statuarius und Björn Niehues vom Steinmetz Lippert brachten gestern das bei einem Unfall beschädigte und inzwischen reparierte Ferkel zu seiner Schweinegruppe in der Sögestraße zurück.

Bremen - Sie sind ein beliebtes Fotomotiv – nicht nur für Touristen. Kinder klettern gern auf den Figuren herum: Die Schweinefamilie in der Sögestraße ist äußerst populär. Seit gestern ist sie wieder komplett. Das vermisste Ferkel ist zu seiner Familie zurückgekehrt – unter den Augen vieler Schaulustiger.

Zur Erinnerung: Ein Lkw hatte die Figurengruppe im November 2014 beim Zurücksetzen beschädigt. Die Polizei stellte in der hinteren Gruppe bei einem großen Tier „Abschürfungen“ fest. Das kleine Ferkel wurde komplett aus der Verankerung gerissen. Die Beamten nahmen das Bronze-Tier vorsorglich mit, um weiteren Schaden oder Diebstahl zu verhindern. Weil ein Beobachter das Nummernschild des Unfallwagens gemeldet hatte, konnte der Fahrer identifiziert werden. Er gab an, vom dem Aufprall nichts bemerkt zu haben. Umgehend beauftragte das Kulturressort die Bremer Bronzegießerei Statuarius, den Schaden zu beseitigen. Gestern stellten die Handwerker das Ferkel an seinem ursprünglichen Standort wieder auf.

Die Bronzefigur war durch den Aufprall stark verbeult worden und hatte Spannungs- und Haarrisse, wie eine Sprecherin des Kulturressorts sagte. Außerdem waren alle Bolzen für die Verankerung im Boden herausgerissen. Thomas Schmalz von der Werkstatt Statuarius war sich anfangs nicht sicher, ob der Schaden so zu beheben ist, dass er nicht mehr sichtbar ist. Zu allem Überfluss sind keine Modelle oder Negativformen mehr für einen Bronzeguss vorhanden. Statuarius gelang es, die Beule zu beseitigen. Die Bronze wurde nachpatiniert und neu gewachst, so dass Betrachter nun keinen Schaden mehr erkennen können. Für die Kosten kommt die Versicherung des Unfallfahrers auf. Sie liegen voraussichtlich im niedrigen vierstelligen Bereich, so die Sprecherin.

Die Gruppe „Hirt mit Schweinen“ schuf der Künstler Peter Lehmann (1921 bis 1995). Sie wurde 1974 in der Sögestraße aufgestellt. Bezahlt hatten sie die Anrainer. Ihre Volkstümlichkeit verdankt die Plastik nicht nur dem historischen Thema (im Mittelalter wurden die Schweine durch die „Saustraße“, die heutige Sögestraße, vom Herdentor zum Markt getrieben) und ihrer Gestaltung, sondern auch der Benutzerfreundlichkeit: Nicht nur Kinder reiten mit Vorliebe auf den rundlichen Tieren, sondern auch Jugendliche und Erwachsene betrachten die Skulpturen als willkommene Sitzgruppe, von der aus man das Straßengeschehen beobachten kann. Die Gewohnheit, sich „bei den Schweinen“ zu verabreden, hört man von Bremern wie Buten-Bremern gleichermaßen.

gn

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