Kein neuer Krankheitsfall seit vier Wochen / Quelle bislang nicht entdeckt

Behörden: Legionellenausbruch beendet

Der Legionellenausbruch in Bremen ist von den Behörden für beendet erklärt worden. - Foto: dpa

Bremen - Von Jörg Esser. Seit vier Wochen ist in Bremen keine neue Legionellen-Erkrankung gemeldet worden. Der jüngste Legionellenausbruch sei damit „aus epidemiologischer Sicht“ beendet. Das sagte gestern Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD). „Das ist keine vollständige Entwarnung“, fuhr sie fort. Die Legionellen-Quelle ist bislang nicht gefunden worden.

In zwei Ausbruchswellen sind seit Anfang November in Bremen 45 Menschen an einer von den Bakterien ausgelösten schweren Lungenentzündung erkrankt – 19 in der Novemberwelle, 26 seit Februar. Drei ältere und vorerkrankte Menschen sind daran gestorben. Alle anderen sind mittlerweile geheilt aus den Krankenhäusern entlassen worden. Es gab ein gemeinsames Merkmal: Allen Erkrankten haben ihren Wohnsitz oder ihre Arbeitsstelle im Bremer Westen.

Die Bremer Behörden gehen nach wie vor davon aus, dass es sich bei der Quelle für den Legionellenstamm, der die Erkrankungen in Bremen ausgelöst hat, um eine sogenannte Verdunstungskühlanlage eines Unternehmens oder Gebäudes handelt. Bisher sei es jedoch nicht gelungen, die Quelle zu identifizieren, sagte Ronny Meyer. Der Umwelt-Staatsrat ergänzte: „Unser erstes Ziel war es immer, dass es zu keinen weiteren Emissionen kommt, die einen Legionellen-Ausbruch verursachen.“ Und die Tatsache, dass keine neuen Fälle gemeldet werden, legt laut Meyer den Schluss nahe, dass die Verursacheranlage desinfiziert worden sei, bevor Proben gezogen wurden.

Bremen hat laut Meyer während der Legionellenausbrüche eine Vielzahl an Maßnahmen eingeleitet. In privaten Haushalten wurden Trinkwasserproben genommen, um auszuschließen, dass eine Infektion über die häusliche Dusche erfolgt ist. Es wurden zudem Duschen an Arbeitsplätzen, in Saunen und Sportstätten, Auto- und Zugwaschanlagen und Straßenreinigungsfahrzeuge geprüft. Schließlich haben Umwelt- und Gesundheitsressort Betreiber von Rückkühlanlagen daher mit einer behördlichen Verfügung verpflichtet, diese zu melden. Diese sogenannte Allgemeinverfügung auf Basis des Bundesimmissionsschutzgesetzes trat am 11.  März in Kraft. Es wurden 55  Unternehmen mit 118 Anlagen identifiziert. Hinzu kommen 22 andere mögliche Quellen wie Hafenbecken, Wasserzüge und das Klärwerk. Insgesamt wurden mehr als 418 Proben gezogen sowie mehr als 1 300 Isolate untersucht und typisiert.

Die Legionellenquelle wurde, wie gesagt, nicht gefunden. „Dafür haben wir jetzt ein Kataster aufgebaut“, sagte Quante-Brandt. Die Suche läuft derweil weiter. Und die erfassten Rückkühlanlagen werden im Vier-Wochen-Rhythmus beprobt.

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