„Bego“ feiert 125. Jubiläum / Digitale Dentaltechnik aus Bremen

Die Tradition der Innovation

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So sah es aus bei „Bego“: das technische Labor bei der Firmengründung.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Der Unternehmensweg der „Bego“ begann vor 125 Jahren als „Bremer Goldschlägerei Wilhelm Herbst“. Heute steht „Bego“ für modernste Dentaltechnik. Das Unternehmen beliefert Zahntechniker und Zahnärzte mit Geräten, Instrumenten, Werkstoffen, Verfahren und Wissen.

„Eine Firma, die zwei Weltkriege überlebt hat, hat einiges gesehen“, erzählt Christoph Weiss, geschäftsführender Gesellschafter der „Bego“ und seit 2013 Präses der Handelskammer. Sein Vater Joachim Weiss hatte das Unternehmen nach 1945 aus einem Trümmerhaufen wieder aufgebaut. „Er hatte die Idee zu einem Material-Geräte-System, das ,Bego‘ bis heute umsetzt“, sagt Weiss. „Bego“ umfasst heute drei eigenständige Gesellschaften.

Die Geschichte der „Bego“ ist eine Geschichte der Innovationen. Schon ihr Gründer, Zahnarzt Wilhelm Herbst, erhielt den Ehrendoktor für seine revolutionäre Idee, gehämmerte Goldfüllungen durch spezielles Plombiergold, das mittels der Rotationsmethode geformt wurde, zu ersetzen. Gemeinsam mit seinem Sohn Theodor baute er 1910 ein zahntechnisches Labor, 1911 folgte der Bau einer mechanischen Werkstatt zur Herstellung der benötigten Gussschleudern, Küvettenbügel, Vorwärmöfen und der Kronen-Ringmaße. 1924 trat DiplomIngenieur Fritz Weiss in die Geschäftsführung ein. Nach dem Krieg, 1945, kam Sohn Joachim Weiss ins Unternehmen. Mit gussfähigen, nickel- und korrosionsfreien Edelstahllegierungen für den Zahnersatz („Wironit“ und „Wironium“) setzte „Bego“ 1953 den nächsten Meilenstein. In den Jahrzehnten danach folgten die edelmetallfreie Legierung für Metall-Keramik, die großtechnologische Produktion von Einbettmassen, eigene Schulungszentren, die Einführung von Mikroprozessortechnik mit einer Hochfrequenz-Vakuum-Druckgussmaschine und Vorwärmofen.

Christoph Weiss trat 1991 ins Unternehmen ein. Mit ihm wurde „Bego“ zum Vorreiter in der digitalen Zahntechnik – mit CAD/CAM-Lösungen, selektivem Laserschmelzen und dem 3D-Druck-System „Varseo“.

Pünktlich zum Jubiläumsjahr erhielt „Bego“ den Industriepreis „Best of 2015“ in der Kategorie Medizintechnik für den „Varseo“-Drucker. Mit ihm können Zahntechniker im Labor beispielsweise individuell auf den Patienten angepasste Bohrschablonen für das Setzen von Implantaten oder Abformlöffel aus Hochleistungskunststoffen fertigen. Zum Ende des Jahres sollen unter anderem auch temporäre Brücken, Kronen sowie Modelle für die Brücken- und Kronenversorgung aus dem Drucker kommen. Das System wird durch Software-Tools und Services komplettiert.

„Als Erster neue Produkte auf den Markt zu bringen, macht die Arbeit spannend, aber auch unglaublich teuer“, erzählt Weiss. Jedes Jahr investiere man siebenstellige Beträge in die Entwicklung. In der hochmodernen „gläsernen Fabrik“ am Hauptsitz im Technologiepark neben der Uni erproben die Ingenieure neue Techniken. „Dass wir jetzt unser 125-jähriges Bestehen feiern, muss aber wohl auch daran liegen, dass wir ein tolles Team sind. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Mitarbeitern.“ 2004 erhielt „Bego“ den „Innovationspreis Lasertechnik“ vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT und 2008 das Gütesiegel „TOP 100“ der innovativsten Unternehmen im deutschen Mittelstand.

Am Freitag, 26. Juni, wird das Jubiläum mit einem Empfang im Rathaus offiziell gefeiert.

www.bego.com

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