Befragung im öffentlichen Dienst: Beamte beklagen Personaleinsparungen

Hohe Arbeitszufriedenheit

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Karoline Linnert war positiv überrascht von der Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Bremen - Von Ralf Sussek. Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) hat ein positives Fazit über den öffentlichen Dienst in Bremen gezogen. „Ich war positiv überrascht von der Arbeitszufriedenheit und der differenzierten Beurteilung der Beschäftigten“, sagte Linnert gestern bei der Vorstellung einer Beschäftigten-Befragung.

Die Universität Bremen hatte im Jahre 2014 unter dem Titel „Der öffentliche Dienst im Umbruch?“ eine entsprechende Online-Umfrage ausgearbeitet und im Auftrag der senatorischen Behörde durchgeführt. Angeschrieben wurden 23657 Mitarbeiter in 119 Dienststellen – in der Kernverwaltung, in den Eigenbetrieben, in Anstalten und Stiftungen. 20,3 Prozent der Mitarbeiter nahmen sich bis zu 45 Minuten Zeit und beantworteten die Fragen.

Ein zentrales Ergebnis der Befragung: Die generelle Arbeitszufriedenheit ist hoch. Knapp 85 Prozent der Beschäftigten sind mit ihrer beruflichen Tätigkeit „im Allgemeinen“ sehr zufrieden. Dazu zählen Aspekte wie „interessante Tätigkeit“, „Sinnhaftigkeit der Arbeit“, „Arbeitsklima“, „Arbeitsplatzsicherheit“ und „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Mit der Vereinbarkeit im öffentlichen Dienst Bremens sind insgesamt 73,3 Prozent der Beschäftigten zufrieden, abgestuft nach „eher“, „weitgehend“ oder „sehr“ – Frauen beurteilen diesen Punkt positiver als die männlichen Kollegen.

Ein gutes Arbeitsklima, angenehme Kollegialität und hohe Arbeitsplatzsicherheit sind weitere Pluspunkte. Rund 66 Prozent der Befragten halten die Beschäftigungsbedingungen im bremischen öffentlichen Dienst für besser als in der Privatwirtschaft. Bundesweit sehen das den Angaben zufolge nur 56 Prozent so. „Das sind gute Werte, über die ich mich natürlich freue“, sagte Linnert. Weniger erfreulich: Mitarbeiter über 55 Jahre und Lehrpersonal empfinden ihre Arbeitsbelastung als hoch. Insgesamt empfindet ein Drittel der Beschäftigten eine Belastung in der Arbeit, jeder Zehnte „sehr stark“, knapp 24 Prozent „weitgehend“. Kritisch werden auch Vergütung, Entwicklungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen sowie Anerkennung und Wertschätzung durch Führungskräfte und Politik gesehen. Nur neun Prozent der Bremer Beschäftigten bei Polizei und Feuerwehr meinten, die Leistungsfähigkeit von Staat und Verwaltung sei trotz Personaleinsparungen gegeben. Deutschlandweit liegt der Wert bei 24 Prozent.

Viele Beschäftigte schätzen den öffentlichen Dienst für junge Menschen als nicht attraktiv ein. „Das ist aus unserer Sicht ein ernstzunehmendes Warnsignal für die Nachwuchsgewinnung“, meint Doris Hülsmeier, Vorsitzende des Gesamtpersonalrats.

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