Umfangreiches Bremer Programm

Gedenktag am 27. Januar: „Befehlengehorchentöten“

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Im gesamten Stadtgebiet – hier: Faulenstraße – erinnern „Stolpersteine“ an NS-Opfer.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Lesungen und Vorträge, Filme und Konzerte – zum Gedenktag am 27. Januar wird in Bremen wieder ein umfangreiches Programm angeboten, das über Wochen reicht.

Bis zum 13. März finden sich darin mehr als 45 Termine, bei denen zwei Themen im Fokus stehen: Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, Gedenken an die Opfer.

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 ist der nationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – im Jahr 1996 eingeführt vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. „Das Programm zum 27. Januar hat eine lange Tradition und zeigt, wie vielfältig und aktiv die Erinnerungslandschaft in Bremen ist“, so Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung.

Zentrale Veranstaltung in der Rathaushalle

Die zentrale Gedenkveranstaltung des Senats in der Oberen Rathaushalle beginnt in diesem Jahr am Donnerstag, 25. Januar, um 19.30 Uhr. Nach einem Grußwort von Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) folgt Petra Rosenberg vom Verein der Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, die als Ehrengast den Festvortrag hält.

Ihr Thema: „Ceija Stojka: Ich habe Angst, Auschwitz könnte nur schlafen“. Ceija Stojka (1933 bis 2013) war eine österreichische Schriftstellerin und Künstlerin. Sie gehörte den Lovara-Roma an und hat als Kind drei Konzentrationslager überlebt. Die Gedenkstunde erinnert damit an die Ankunft des ersten Transports mit Sinti und Roma im sogenannten Zigeunerlager im KZ Auschwitz-Birkenau. Der Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma sind weitere Veranstaltungen und eine Ausstellung im „Wall-Saal“ der Stadtbibliothek gewidmet.

Die Ausstellung mit dem Titel „Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“ zeigt die Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus am Beispiel fotografisch dokumentierter Familiengeschichten. Eröffnung: Mittwoch, 14. Februar, 19 Uhr.

Medieninstallation im „Forum Kirche“

Im „Forum Kirche“ an der Hollerallee 75 sind am Freitag, 26. Januar, in der Zeit von 9 bis 14 Uhr 45-minütige Besichtigungen einer Medieninstallation möglich. Titel: „Befehlengehorchentöten – Die Bremer Mordnacht vom 9./10. November 1938“. Von der Villa in Bürgerparknähe aus wurden die SA-Gruppen der Reichspogromnacht befehligt – von hier aus wurde der SA-Terror in Gang gesetzt.

Der Besuch der Medieninstallation (mit Gespräch) ist ein Angebot, das sich insbesondere an Schulklassen richtet. Möglich ist ein Besuch nur nach Terminvereinbarung unter Telefon 0421/34 615-34 oder -35 (Evangelisches Bildungswerk Bremen). Ein weiterer Termin bei der Installation „Befehlengehorchentöten“ folgt am Sonntag, 28. Januar, um 17 Uhr – samt Gespräch mit dem Künstler Matthias Duderstadt.

Verschiedene Stadtführungen zum Thema

Zum Gedenktagsprogramm gehören auch verschiedene Stadtführungen. „Bremen im Nationalsozialismus“ etwa ist Thema eines Rundgangs mit Bellgart am Freitag, 26. Januar, um 14 Uhr. Treffpunkt: vor dem Staatsarchiv, Präsident-Kennedy-Platz, Kosten: sechs Euro, ermäßigt vier Euro. Eine weitere Führung mit Bellgart hat „Spuren jüdischen Lebens in Bremen“ zum Thema – am Sonntag, 28. Januar, um 14 Uhr. Treffpunkt: Sögestraße, Ecke Obernstraße. Kosten: sechs Euro, ermäßigt vier Euro.

Bei der Landeszentrale für politische Bildung (Birkenstraße 20/21) spricht die Autorin Anne Dünzelmann über das Wirken eines ehemaligen SS-Offiziers in der bremischen Nachkriegsverwaltung („Der ehrenwerte Herr L. – Ein SS-Offizier unter Verdacht“). Ihr Vortrag beginnt am Mittwoch, 28. Februar, um 19.30 Uhr.

Hans Hesse spricht am Mittwoch, 7. März, um 19 Uhr im Schulmuseum (Auf der Hohwisch 61–63, Hastedt) über die Deportationen der Bremer Sinti und Roma nach Auschwitz. Eintritt: drei Euro.

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