Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln

Hunderte von Trauergästen auf Beerdigung in Bremen: Polizei im Corona-Einsatz

Bremens Polizei war auf einer Trauerfeier im Einsatz.
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Bremens Polizei war auf einer Trauerfeier im Einsatz.

Eine Beerdigung mit Hunderten von Trauergästen hat am Montag auf einem Friedhof in Bremen-Vegesack für einen größeren Polizeieinsatz gesorgt. Dabei wurde um dasselbe Familienoberhaupt getrauert wie schon am Sonnabend, als es ebenfalls Verstöße gegen Corona-Regeln gab.

Bremen - Innerhalb von nur drei Tagen hat die Bremer Polizei gleich zwei Trauerfeiern für ein und dasselbe Familienoberhaupt in Bremen-Nord aufgelöst, bei denen dutzendfach gegen die Corona-Regeln verstoßen wurde. An der Beerdigung am Montagnachmittag auf dem Aumunder Friedhof nahmen nach Polizeiangaben rund 400 Trauergäste teil – erlaubt sind in Corona-Zeiten nur ganz wenige.

Polizei im Corona-Einsatz auf Bremer Beerdigung: Trauergäste bemüht

Es handelte sich den Angaben zufolge um die Beisetzung eines ursprünglich aus dem Libanon stammenden Familienoberhaupts auf dem Friedhof an der Beckstraße. Um die 400 Gäste wollten Abschied nehmen. Dabei kam zu diversen Verstößen gegen Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln, berichtete am Dienstag Polizeisprecherin Franka Haedke. Sie betonte auch, dass sich die Trauergäste durchaus sehr bemüht hätten, Abstand zu halten. Vor Ort habe es auch Desinfektionsmittel gegeben, viele hätten Mund-Nasen-Schutz getragen, aber eben nicht alle. Hunderte von Menschen an einem Grab, das ist derzeit niemandem erlaubt. Angereist waren die Teilnehmer aus verschiedenen Städten, auch aus dem europäischen Ausland.

Bremer Polizei im Corona-Einsatz: Flucht aus dem Garten

Die Polizei sprach mit einem Verantwortlichen, einem Cousin des Verstorbeben, und forderte ihn auf, auf das Verhalten der Trauergäste entsprechend einzuwirken, so Haedke. Die Gäste hätten sich einsichtig gezeigt und nach und nach die Beerdigung verlassen. Den Angaben zufolge handelte es sich um dieselbe Familie, die bereits am Sonnabend durch eine unerlaubte Trauerfeier in Blumenthal aufgefallen war. Auf einem Hinterhof waren Zelte aufgebaut, bis zu 50 Menschen hatten sich hier versammelt. Beim Anblick der Polizei verließen einige „fluchtartig den Garten“, berichtete die Sprecherin am Sonntag. Aufgefallen war die große Trauerfeier, weil sich Anwohner über zahlreiche Falschparker und Verkehrsbehinderungen in der Lüder-Clüver-Straße beschwert hatten. Die Polizei fand dann im Hof die große Gesellschaft vor, bei der den Angaben zufolge kaum Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen eingehalten wurden. Während sich die Gäste bei der Beerdigung am Montag einsichtig zeigten, war das laut Polizei bei der Trauerfeier am Sonnabend nicht der Fall. Die Sprecherin: „Die Polizisten sprachen die Trauernden an, die sich dabei größtenteils unwissend und uneinsichtig zeigten.“ Die Beamten schrieben 33 Anzeigen hinsichtlich von Verstößen gegen Corona-Regeln. Hinzu kamen diverse Tickets wegen Falschparkens.

Bereits Mitte November hatte die Polizei eine Trauerfeier in einer Moschee in der Innenstadt beendet, an der etwa 80 Menschen teilnahmen. Zudem war es dort zu einem handfesten Streit zwischen Mitgliedern einer Großfamilie gekommen.

Weniger Böllerei zu Silvester in Bremen?

Bleiben wir beim Thema Corona-Regeln. Wenn überhaupt, könnte die Knallerei an Silvester in Bremen weiter eingeschränkt werden. Marktplatz, Flughafen, das Umfeld von Kliniken und der Bereich am Zoo in Bremerhaven sind ohnehin für Feuerwerk tabu. Die Böllerverbotszonen könnten jedoch womöglich auf die Bummelmeile Schlachte und den Schnoor ausgeweitet werden, hieß es aus dem Innenressort. Doch zunächst wolle man die Ministerpräsidentenrunde am Mittwoch abwarten.

Bremen und Corona: 138 neue Fälle

Nach nur 18 Fällen am Vortag meldete das Gesundheitsressort am Dienstagabend 138 neue Corona-Infektionen fürs Land Bremen, davon 130 in der Stadt Bremen, wo der Inzidenzwert leicht auf 155 stieg. Ein weiterer Mensch mit dem Virus starb (insgesamt bisher 113). Aktuell gibt es 1 893 bestätigte Infektionen. 161 Covid-19-Patienten liegen in Kliniken, davon 35 auf Intensivstatinen, 21 beatmet. Von den 161 Patienten kommen 25 aus dem Bremer Umland. Seit Ausbruch der Pandemie im März sind im Land Bremen 9 456 Corona-Infektionen bekanntgeworden. In der vergangenen Woche wurden täglich fast 2 000 Tests durchgeführt, teilte das Ressort mit.

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