WFB beendet Erschließungsmaßnahmen im Technologiepark / 500 Unternehmen und Institute mit 12 500 Mitarbeitern

„Fruchtbare Innovationskultur“

+
WFB-Chef Andreas Heyer (v.l.), Wirtschaftssenator Martin Günthner und Uni-Konrektor Prof. Kurosch Rezwan freuten sich gestern über die Fertigstellung der Infrastruktur im Technologiepark Bremen. WFB/Pusch

Bremen - Was vor mehr als 40 Jahren mit einer Universität vor den Toren der Stadt seinen Anfang nahm, ist heute kaum wiederzuerkennen: der Technologiepark mit dem Herzstück, der Exzellenz-Universität. Übrigens, damals war die Uni, die heute einen guten Ruf genießt, noch als „rote Kaderschmiede“ verschrien. Längst kommt man nicht mehr nur zum Studieren, Forschen und Lehren nach Horn-Lehe. Rund 500 Unternehmen und renommierte Forschungsinstitute haben sich hier angesiedelt. Gestern beendete die Wirtschaftsförderung (WFB) offiziell die Erschließungsmaßnahmen im Technopark.

Etwa 9 000 Angestellte zählen allein die Betriebe. Mit der Universität kommt der Technopark sogar auf rund 12 500 Beschäftigte. So ein großes Gebiet braucht eine gute Infrastruktur. Den Grundstein zum Technopark legte der Senat 1988, als er Beschluss zur Errichtung fasste. In den Folgejahren wurden finanzielle Mittel in Millionenhöhe für den Bau neuer Straßen, die Erschließung von Gewerbegrundstücken und die Anlage von Grünflächen zur Verfügung gestellt. Denn nicht nur lehren, lernen und arbeiten sollte man im Technologiepark können, sondern auch leben. Seit 1999 ist die WFB im Auftrag des Wirtschaftsressorts für die Erschließungsarbeiten zuständig, vorher waren es andere bremische Dienststellen. Jetzt sind die letzten Baumaßnahmen in den Teilbereichen Süd und Südost fertiggestellt – die Infrastruktur ist komplett.

Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) freute sich über die positive Entwicklung: „Der Plan des Senats, im Umfeld der Universität Gewerbeflächen für Unternehmen bereitzustellen, ist aufgegangen.“ Heute sei der Technologiepark mit seiner heterogenen Branchenstruktur, der Exzellenz-Universität und den zahlreichen Forschungseinrichtungen ein Musterbeispiel und bundesweit oft zitiertes Vorbild für erfolgreiches Wirtschaftswachstum. Günthner lobte die „hohe Ideendichte und die fruchtbare Innovationskultur“. Im insgesamt 170 Hektar großen Technologiepark werden etwa 60 Hektar gewerblich genutzt. Für die Betreuung der ansässigen Unternehmen und die Ansiedlung neuer Betriebe ist die WFB zuständig. „Das Interesse am Technologiepark ist über die Jahre ungebrochen hoch“, bilanzierte WFB-Chef Andreas Heyer. Die Flächen im Zentralbereich seien inzwischen vollständig vermarktet. Zur Zeit stünden neun Hektar im Süden für Erweiterungen ansässiger Unternehmen oder neue Ansiedlungen zur Verfügung. „Das ist ein gutes Flächenangebot in diesem hochspezialisierten und lange gewachsenen Gewerbegebiet“, so Heyer.

Zu den Schwerpunktbranchen gehören Informations- und Kommunikationstechnologie, Materialforschung und Werkstofftechnik, Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie, Umwelt- und Meerestechnik, Biotechnologie, Luft- und Raumfahrt sowie Robotik. Über die Universität hinaus wird hier Spitzenforschung in mehr als 20 Forschungseinrichtungen und Instituten geleistet.

Prof. Kurosch Rezwan, Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Uni, sieht die Stärken des Hightech-Stadtteils vor allem in der Vernetzung vor Ort. „Wie eine Prognos-Studie zu den Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zeige, seien bestehende persönliche Beziehungen und die räumliche Nähe zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen ausschlaggebend für Kontaktaufnahme und Projekterfolg. Der Wissens-transfer „über Köpfe“ finde auf „einem extrem hohen Niveau“ statt.

gn

Das könnte Sie auch interessieren

Amri-Ausschuss in NRW nimmt Rolle von V-Mann ins Visier

Amri-Ausschuss in NRW nimmt Rolle von V-Mann ins Visier

Fahrgeschäfte, Buden, Zelte: Das gefällt den Besuchern am besten 

Fahrgeschäfte, Buden, Zelte: Das gefällt den Besuchern am besten 

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Werder-Ankunft in Köln

Werder-Ankunft in Köln

Meistgelesene Artikel

„Mein Kunst-Stück“ mit Anette Venzlaff: Ein Herz für Verlierer

„Mein Kunst-Stück“ mit Anette Venzlaff: Ein Herz für Verlierer

„Handwerksshow“ mit Ex-„Bachelor“ Jan Kralitschka im Weserpark

„Handwerksshow“ mit Ex-„Bachelor“ Jan Kralitschka im Weserpark

Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen gegründet

Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen gegründet

Bremer Arzt entfernt Niere statt Milz

Bremer Arzt entfernt Niere statt Milz

Kommentare