150 Jahre Bürgerpark: Gartendenkmal mit Rathaus-Empfang gefeiert

Beeindruckende Sichtachsen

Eindrucksvolle Sichtachsen und Kühe: Blick über Bürgerparkwiesen in Richtung Park Hotel. - Foto: Lohmann

Bremen - 150 Jahre Bürgerparkverein – das wurde im vergangenen Jahr gefeiert. In diesem Jahr heißt es: 150 Jahre Bürgerpark. Ein Jubiläum, das gestern festlich gewürdigt worden ist. Nicht im sommerlich grünen Bürgerpark allerdings, sondern im hanseatisch noblen Ambiente der Oberen Rathaushalle.

Einmal mehr wurde der Park dort als „beispiellose Geschichte hanseatischen Bürgerengagements“ gepriesen. Genau aus diesem Grund trägt er ja seinen Namen: „Er ist seit seiner Gründung die größte privat finanzierte Parkanlage Deutschlands.“ Im Juni 1866 begannen 170 Arbeiter unter der Leitung des Landschaftsgärtners und Gartenarchitekten Wilhelm Benque (1814 bis 1895) mit der Anlage des Bürgerparks. Mit dem Aushub des (heute so bezeichneten) Emmasees erfolgte am 28. Juni 1866 der erste Spatenstich.

20 Jahre später waren die Bauarbeiten abgeschlossen. 1906 kam der angrenzende Stadtwald hinzu, womit sich die Fläche des Parks auf 202,5 Hektar vergrößerte – das ist mehr als beim Central Park in New York. 1984 wurde der Bürgerpark unter Denkmalschutz gestellt. Er zählt zu den bedeutendsten Landschaftsparks in Deutschland. Bis heute wird der Bürgerpark – eben – von Bürgern getragen, die buchstäblich tragende Säule ist der Bürgerparkverein.

Und ein wesentliches Element ist die alljährliche Bürgerpark-Tombola. Die Einnahmen aus dem Losverkauf sind für die Parkfinanzierung wichtig. Joachim Linnemann, der Präsident des Bürgerparkvereins: „Wir brauchen im Jahr 2,5 Millionen Euro, um den Park so zu erhalten, wie wir ihn kennen.“ Die Tombola trägt ein großes Stück dazu bei. 30 Mitarbeiter beschäftigt der Park.

Im Rathaus gratulierte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) dem Bürgerparkverein gestern „im Namen des ganzen Senats.“ Bremen sei stolz auf das Engagement und die gelebte Tradition.

Auch Linnemann lobte den hanseatischen Bürgersinn und appellierte an die Bremer (und Bremen-Besucher), „weiterhin für den Park zu spenden und zu stiften“.

Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg, Geschäftsführerin der Insel Mainau, sprach in ihrer Festrede über Traditionen und Innovationen in der Gartendenkmalpflege – und zeigte sich begeistert von ihrem Besuch im Bremer Bürgerpark. Die Gräfin: „Die hier vorhandenen Sichtachsen haben mich sehr beeindruckt.“

Parkdirektor Tim Großmann nahm die Festgäste mit auf eine Zeitreise durch die Parkgeschichte. Für den musikalischen Rahmen der Feierstunde sorgte das „Quartetto con brio“ der Bremer Philharmoniker. - kuz

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