Beck‘s spendiert dem Dreimaster „Alex 2“ einen neuen Segelsatz

Grün für die Emotionen

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Noch sind alte weiße Segel zwischen den neuen grünen. „Der Zeitdruck war zu groß“, heißt es. Aber grün-weiß ist ja absolut bremisch sympathisch.

Bremerhaven - Von Jörg Esser. „Sail away“ – der Großsegler „Alexander von Humboldt II“ (kurz: Alex 2) kreuzt seit gestern mit grünen Segeln über die Weltmeere. „Das ist gut so, das schürt Emotionen“, sagt Jürgen Hinrichs, Vorstand des Schiffseigners Deutsche Stiftung Sail Training (DSST). Bislang war die 2011 in Dienst gestellte „Alex 2“ mit weißen Segeln und grünem Rumpf unterwegs. Finanziert hat den neuen Segelsatz die Bremer Brauerei Beck & Co.

„Mit den grünen Segeln haben wir ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Hinrichs. Und Beck’s hat nach der vor vier Jahren außer Dienst gestellten „Alexander von Humboldt“ wieder ein Werbeflaggschiff für die Fernseh- und Kinospots. „Das ist eine Win-Win-Situation“, fährt Hinrichs fort. Schließlich werde der Bekanntheitsgrad des Dreimasters durch die Werbefilme gesteigert.

Kraftakt an Bord der „Alex 2“. Fotos (2): Esser

Die Anheuser-Busch-Inbev-Tochter hat einen „fast sechsstelligen Betrag“ in den in Holland gefertigten Segelsatz investiert. „Das ist kein Einmalschuss. Das ist eine Wiederbelebung des bisherigen Engagements“, sagt Beck‘s-Sprecher Oliver Bartelt. Warum der Sinneswandel, die Rückkehr zu alten Werten? „Wir waren ja eigentlich immer dabei“, sagt Bartelt. Nur habe man mit den weißen Segeln den Weg für viele Finanzierungspartner freimachen wollen. Das hat nicht geklappt. Die „Alex2“ steuerte in finanziell raue See. Das Projekt stand kurz vor dem Kentern. Die Auslastungserwartung für die Törns sei mit 80 Prozent veranschlagt worden. „Das war überproportioniert“, sagt Hinrichs. „Das war nicht hinzubekommen.“ Doch die Stiftung, deren Ziel es ist, Laien auf einem Traditionsschiff das Segeln beizubringen und an die Werte einer traditionellen Seemannschaft heranzuführen, sei jetzt runderneuert worden. „Das Zukunftskonzept greift.“

Die „Alex 2“ vor der Jungfernfahrt unter grünen Segeln.

Und Beck‘s spielt voll mit. So hat das Brauereiunternehmen die 85 Meter lange Bark Ende März für einen Dreh vor Lissabon gechartert. Die aktuelle Kampagne für die „Premium-Linie“ mit drei neuen Biersorten wurde unter weißen Segeln gefilmt. Doch das merkt niemand. Bartelt spricht von einer „sensationellen Bildbearbeitung“. Und sagt: „Grün gehört zu Beck‘s wie nichts anderes“, sagt der Marketingstratege. Seit 1984 setzt die Brauerei in ihrer Werbung auf einen Großsegler mit grünen Segeln – als „optisch rasch erfassbares Erkennungszeichen“. 1988 wurde das Feuerschiff „Kiel“ zur Bark „Alexander von Humboldt“ umgebaut – und mit grünen Segeln ausgestattet. Die Spots, in denen ein grüner Segler durch raue See gesteuert wird und dazu die markante Stimme Joe

Cockers erklingt, soll die Kernwerte der Biermarke verkörpern. „Wer auf der ,Alex’ mitsegelt, scheut keine blauen Flecken und Schwielen an den Händen“, ergänzt Hinrichs.

Noch sind übrigens nicht alle Segel grün. Es gibt auch noch weiße. „Das passt ja zu Bremen“, heißt es. Der erste große Törn unter grünen Segeln führt die „Alex2“ zum Hafengeburtstag nach Hamburg (8. bis 10. Mai). Vorm Heimspiel bei der „Sail“ in Bremerhaven (12. bis 16. August) steuert der Dreimaster unter anderem London, Belfast, Kristiansand in Norwegen und Aalborg in Dänemark an.

„Alexander von Humboldt II“ fährt mit grünen Segeln

Die alte „Alex“ ist, wie ausführlich berichtet, im Bremer Europahafen als Gastronomie- und Hotelschiff vor Anker gegangen. Im Frühjahr 2016 wird das Schiff dann an die Schlachte verlegt. Weitere Infos zum Törnplan unter:

www.alex-2.de

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