Pflanzengift Glyphosat in Bier

Brauereien sehen keine Probleme durch Glyphosat in Bier

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Beck's-Brauer Anheuser-Busch InBev weist Glyphosat-Vorwürfe zurück

Bremen - Der Brauerei-Riese Anheuser-Busch InBev hat Vorwürfe des Münchner Umweltinstituts über mangelnde Kontrollen auf das Pestizid Glyphosat in Bier-Rohstoffen zurückgewiesen

Der Vorwurf an die Adresse der Brauereien sei absurd und völlig haltlos, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Bremen in einer Stellungnahme mit. Ein Sprecher verwies auf Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung, wonach Glyphosat-Spuren in Lebensmitteln als gesundheitlich unbedenklich eingestuft seien. Das Münchner Umweltinstitut hatte in 14 der beliebtesten Biermarken Deutschlands Spuren des umstrittenen Unkrautvernichters nachgewiesen. Die Werte lagen im extremen Fall fast 300-fach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser von 0,1 Mikrogramm. Zu Anheuser-Busch gehören die Marken Beck's und Hasseröder Pils sowie Franziskaner Weißbier. Hasseröder hatte nach Angaben des Umweltinstitutes mit 29,74 Mikrogramm pro Liter den höchsten Glyphosat-Wert. Beck„s (0,5) und Franziskaner (0,49) rangierten auf den letzten Rängen im Test von 14 der beliebtesten Biermarken Deutschlands auf Spuren des Unkrautvernichters.

Auch das im friesischen Jever gebraute Jever Pils der Frankfurter Radeberger-Gruppe schnitt mit 23 Mikrogramm vergleichsweise schlecht ab. Sprecher von Jever und Anheuser-Busch InBev in Bremen bezogen sich auf eine Stellungnahme des Deutschen Brauer-Bundes zum eigenem Monitoring-System für Braumalz. Zu keiner Zeit habe es dabei Überschreitungen der zulässigen Rückstandshöchstwerte gegeben. Der Wirkstoff sei inzwischen fast überall, auch in Bio-Lebensmitteln. Um gesundheitlich bedenkliche Mengen aufzunehmen, müsste ein Erwachsener täglich rund 1000 Liter Bier trinken. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) sprach sich gegen die geplante Neuzulassung des Pestizids auf EU-Ebene aus. Deutschland sollte dies im EU-Ministerrat blockieren, appellierte Wenzel am Donnerstag in einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der der Deutschen Presse-Agentur in Hannover vorliegt.

Am 7. März will die EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten über eine Neuzulassung des Wirkstoffs entscheiden. „Die Glyphosat-Rückstände im Bier zeigen den Handlungsbedarf“, betonte Wenzel. „Das Reinheitsgebot wurde 1516 von bayerischen Herzögen auf den Weg gebracht. Es wäre beinahe ein Treppenwitz der Weltgeschichte, wenn ausgerechnet ein Bundeslandwirtschaftsminister aus Bayern diese Errungenschaft nach 500 Jahren außer Kraft setzen würde.“

Hintergrund:

Das Umweltinstitut München hatte bei einem Test von 14 beliebten deutschen Biermarken eine erhöhte Belastung durch das umstrittene Pestizid Glyphosat nachgewiesen. Im schlimmsten Fall lag der gemessene Wert fast 300-fach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser. Dennoch sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keine Gefahr für die Gesundheit. Selbst die höchsten Werte seien so niedrig, dass die hieraus resultierende Aufnahmemenge 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltenden Aufnahmemengen.

Glyphosat ist welt- und deutschlandweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautvernichtungsmitteln und das am weitesten verbreitete Pflanzengift. Das Mittel ist seit vielen Jahren umstritten.

Zufälligerweise wird am Donnerstag auf EU-Ebene über die Neuzulassung des Pestizids für weitere 15 Jahre verhandelt. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) fordert, die Zulassung zu blockieren.

dpa/ch

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