Baustein für die Energiewende

SWB weiht Hybridspeicher im Kraftwerk Hastedt ein

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Die Innenansicht eines Batterie-Containers: Links und rechts sind die Powerpacks zu sehen.

Bremen – Der Bremer Energiedienstleister SWB hat jetzt im Heizkraftwerk Hastedt einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 15 Megawatt (MW) in Betrieb genommen. Die Anlage ist mit einer „Power-to-Heat“-Anlage gekoppelt. Die Konstruktion ist ein Hybrid-Regelkraftwerk (Hyrek) und koppelt Strom und Wärme. „Die Anlage ist in der Lage, Systemdienstleistungen für den Strommarkt zu liefern und überschüssigen Strommengen für die Fernwärmeversorgung bereitzustellen“, sagt SWB-Sprecher Christoph Brinkmann.

Und eben diese Eigenschaften sind für die Energiewende von großer Bedeutung. Besagte Form der Sektorenkopplung gilt als Neuheit und ist von der SWB erstmals großtechnisch umgesetzt worden. „Die elektrische Regelleistung kann sowohl in dem Lithium-Ionen-Batteriespeicher gespeichert werden als auch über einen Elektrokessel in heißes Wasser für den Fernwärmekreislauf umgewandelt werden“, sagt Brinkmann. Das in Teilen notwendige Nachladen der Batterie erfolgt über das Heizkraftwerk Hastedt. „Diese Nachladestrategie bildet einen weiteren Innovationsaspekt des Gesamtprojekts“, ergänzt der SWB-Sprecher.

Zwischen dem Elektrokessel, der wie ein Tauchsieder funktioniert, und dem Batteriespeicher arbeitet eine zum Patent angemeldete Umschalteinrichtung der Firma AEG Power Solutions. Die Verbindung des Hyrek mit den bestehenden Anlagen am Standort (Kraftwerksblock 15, Wärmespeicher sowie die Anbindung an das Fernwärmenetz des Bremer Ostens) werde durch eine leittechnische Systemintegration sichergestellt, die der Bremer Versorger hausintern programmiert habe, heißt es. Beide Systeme werden als eine Einheit gesteuert, um die Frequenz und letztlich das elektrische Netz zu stabilisieren.

Das Hybrid-Regelkraftwerk ist von außen betrachtet eine schlichte Containerkonstruktion, die aus sechs Batteriecontainern, einem Elektrokessel und den Schaltschränken besteht.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Förderantrag für das Projekt bewilligt. Damit wird die Beforschung der effizienten Betriebsführung und Potenzialentwicklung für neuartige Systemdienstleistungen zukünftiger Netze bei der SWB ermöglicht. In einer Kooperation mit AEG PS und dem Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oldenburg soll das Hyrek zu einem wichtigen Baustein für die Energiewende weiterentwickelt werden, für den die Bewilligung einer hohen sechsstelligen Fördersumme einhergegangen ist. Bei einer Gesamtinvestition von mehr als zehn Millionen Euro fällt das schon ins Gewicht. „Uns hat das extrem beruhigt“, sagt Werner Hölscher, Leiter des Bereichs Anlagenservice bei SWB-Erzeugung. „So wissen wir, dass wir etwas Besonderes am Standort Hastedt gebaut haben.“

Die wissenschaftliche Begleitung des Forschungsprojekts liegt in der Hand des Oldenburger Instituts für vernetzte Energiesysteme, einer Einrichtung des DLR. Die Forscher wollen zeigen, wie das neuartige Kraftwerkskonzept durch innovative Betriebsführungsstrategien optimal betrieben werden kann. Zudem stehen neue Anwendungskonzepte im Fokus. „Durch die Beteiligung am Hyrek-Projekt haben wir die Möglichkeit, die neuen Bausteine unserer zukünftigen Energieversorgung aus wissenschaftlicher Sicht aktiv mitzugestalten“, sagt DLR-Projektleiter Theys Diekmann. 

je

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