Bauprojekt auf Stelzen

Hochschule Bremen nimmt Seminarkomplex auf dem Stadtwerder in Betrieb

Hochschulrektorin Karin Luckey und der Dekan der Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Peter Laudi, mit dem symbolischen Schlüssel vor dem neuen Seminargebäude am Standort Werderstraße. Es wurde in Stelzenbauweise über einem Parkplatz errichtet. - Foto: Reineking

Bremen - Von Viviane Reineking. Pünktlich zum Start des Wintersemesters hat die Hochschule Bremen an ihrem Standort an der Werderstraße ein neues Seminargebäude mit Platz für bis zu 350 Studenten in Betrieb genommen. Die Hochschule hat als erste im Land Bremen selbst als Bauträgerin fungiert und gemeinsam mit einem Architekturbüro in Eigenregie das knapp vier Millionen Euro teure Gebäude realisiert.

Nach einer „Rekordplanungszeit“ und in einer siebenmonatigen Bauphase wurde das in Modulbauweise erstellte Gebäude mit der Bezeichnung „EW“ am Dienstagnachmittag offiziell eingeweiht. Mit 1 200 Quadratmetern Nutzfläche solle es die angespannte Raumsituation entlasten, heißt es. Haben im Jahr 2006 noch rund 1 800 junge Menschen dort studiert, ist die Fakultät Wirtschaftswissenschaften mit aktuell knapp 3 200 Studenten eine der größten der Hochschule. „Raumnot ist eines der Hauptprobleme unserer Fakultät“, sagte Dekan Peter Laudi. So mussten zuletzt nicht nur externe Räume angemietet und Container errichtet werden, um mehr Platz für die Lehre zu schaffen, sondern auch Büros in Seminarräume umgewandelt werden. Das sei „qualitätsschädigend“, so Laudi.

Finanzieller Rahmen eingehalten

15 von 20 Studiengängen seien international, ein verpflichtendes Auslandssemester fester Bestandteil des Studiums. Hier lernen Studenten aus aller Welt. Mit dem Gebäude habe man einen weiteren Baustein für den interkulturellen Campus geschaffen, so Hochschulrektorin Karin Luckey. Für das Gebäude auf dem Stadtwerder, idyllisch direkt an der Kleinen Weser gelegen, wurde der Hochschul-Parkplatz an der Fuldastraße in Stelzenbauweise überbaut. So bleibe der Großteil der Stellplätze erhalten, heißt es. Für den zweigeschossigen Bau wurden vorgefertigte Module geliefert und auf einem vor Ort erstellten „Betontisch“ zusammengefügt. Die Planung hat das Bremer Büro Gestering, Knipping, de Vries übernommen. Die Architekten zeichneten bereits für das vor zehn Jahren errichtete und äußerlich ähnlich daherkommende „D“-Gebäude verantwortlich. Sie übergaben den neuen Komplex mit acht Räumen, der über ein Verbindungsstück auch über das Schwestergebäude erreichbar ist, „voll gebrauchsfertig“. Bei den Kosten sei der geplante finanzielle Rahmen voll eingehalten worden, berichtet Luckey.

Modellhaft für die Hochschulen im Land Bremen habe man mit diesem Bauprojekt zudem ein „innovatives Planungskonzept in Eigenregie erfolgreich erprobt“, heißt es. Dass die Hochschule in ihrer Eigenschaft als Bauherrin und in Zusammenarbeit mit Architekten autonom ein Bauprojekt umsetzt, das soll es schon bald wieder geben.

Zwei weitere Bauprojekte sind bereits in Planung: Zum einen soll das ehemalige Neustädter Ortsamt an der Langemarckstraße erweitert werden und künftig das „International Graduate Center“ der Hochschule beherbergen. Die Fertigstellung ist laut Luckey für August 2018 geplant.

Zum anderen wird das mit Schadstoffen belastete FS-Gebäude an der Großen Johannisstraße komplett abgerissen, ein neues Lehr- und Forschungsgebäude errichtet. Diese Bauvorhaben sollen ebenfalls im neuen Bauherrenmodell umgesetzt werden, so Luckey. Der Senat habe bereits Haushaltsmittel für das FS-Gebäude am Neustadtswall eingeplant, so Heide Ahrens, im Wissenschaftsressort für Hochschulen und Forschung zuständig.

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