Der Bauchredner präsentiert sein zweites Programm „Keine Ahnung“ in der Bremer Stadthalle

Grammels lustige Welt der Puppen

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Brachte sich und sein Publikum zum Lachen: Bauchredner Sascha Grammel.

Bremen - Von Annika Grunert. Ein Adler-Fasan, eine Schildkröte, ein verrückter Professor und ein Außerirdischer – das klingt nach Komik. Und die gab es auch. Der Bauchredner Sascha Grammel entführte das Publikum der Stadthalle (ÖVB-Arena) in seine Welt der Puppen.

In der ersten Reihe ist noch ein Platz frei. Sascha Grammel springt kurzerhand von der Bühne und läuft an das andere Ende der Halle. Dort sucht er eine Zuschauerin, die ganz vorne sitzen möchte. Der erste Gag ist damit gesichert. Grammel freut sich über „eine volle Halle bis in die erste Reihe“. Doch diese Aktion konfrontiert ihn mit einem kleinen Hindernis. Die Bühne hat nämlich keine Treppe, der Aufstieg ist somit problematisch. Als er noch überlegt, wie er am besten hinaufklettert, kommt ihm ein Zuschauer zur Hilfe. Jörg steht Grammel mit Räuberleiter zur Seite. Es folgt der nächste Lacher und Applaus.

Und dann kann es losgehen. Als erstes stattet der Bauchredner dem zerrupften Vogelmix Frederic Freiherr von Furchensumpf einen Besuch ab. Mit Hut, Lasso und Augenmaske stellt er sich als „El Zorro“ vor. Zwischendurch lässt Zorro immer wieder seine Peitsche knallen, während er sich mit Grammel ein hitziges Gefecht liefert. Die beiden necken sich, was das Zeug hält. Auch vor dem Alter des Bauchredners macht der Adler-Fasan keinen Halt. „Du bist so vergesslich, dass Du Deine Ostereier selbst verstecken könntest“, krächzt er.

Der Auftritt der Schildkröte Josie läuft hingegen freundlicher ab. Mit weißem Schleier, Brautkleid und Perlen zieht die grüne Dame mit den Kulleraugen die Zuschauer in ihren Bann. Die 113 Jahre alte Schildkröte berichtet von ihrer Erfahrung beim Speed Dating. Mit weinerlicher Stimme erzählt sie, dass sie keinen netten Kerl kennengelernt hat: „Immer, wenn ich am Tisch ankam, klingelte es.“ Ein lautes „Oh“ geht durch die Halle. Der Auftritt erweicht die Herzen des Publikums. Als Josie dann noch singt: „Willst Du mein Freund sein?“ ist auch der Letzte verzaubert. An Kitsch kaum zu überbieten.

Unter den bekannten Puppen befindet sich eine Neue: der Außerirdische Herr Schröder. Ein pinkfarbenes Gesicht mit drei Fühlern plus Augen auf dem Kopf, vier Armen, röhrenförmigen Ohren und einem weißen Astronautenanzug bringen den Bauchredner so zum Lachen, dass er seine Show unterbrechen muss. Das Publikum stimmt herzhaft mit ein, obwohl Grammels Lachanfall total unauthentisch ist. Im Gegensatz zu seiner Rede am Ende. Das anhaltende Klatschen der Zuschauer holt den talentierten Bauchredner wieder auf die Bühne. Gerührt bedankt er sich für die Unterstützung der Fans. Vor fünf Jahren trat er noch vor weniger als 50 Mann auf, und jetzt füllt er die gesamte Stadthalle. Das hätte er sich nie träumen lassen.

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