BSAG testet chinesischen Elektrobus im Fahrbetrieb / 250 Kilometer Reichweite

Batterien statt Dieselmotor

Fachsimpeln über den neuen Elektrobus: Sophie Zhou von der chinesischen Firma BYD und BSAG-Vorstandssprecher Wilfried Eisenberg. ·
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Fachsimpeln über den neuen Elektrobus: Sophie Zhou von der chinesischen Firma BYD und BSAG-Vorstandssprecher Wilfried Eisenberg.

Bremen - Von Viviane Reineking. Ein Getriebe fehlt, ein Dieselmotor ebenfalls. Stattdessen ist der neue Bus in vorübergehenden Diensten der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) ausgestattet mit Akkus, die Energie in einen Elektromotor speisen.

Ab heute testet das Verkehrsunternehmen den Elektrobus einer chinesischen Firma einen Monat lang auf den Linien 52 und 29 vom Roland-Center über Kattenturm bis in die Neue Vahr-Nord.

33 Dieselbusse schafft die BSAG noch in diesem Jahr neu an, „danach legen wir zwei Jahre eine Pause ein“, sagte gestern Vorstandssprecher Wilfried Eisenberg. Diese Zeit wolle man nutzen, neue Technologien auszuprobieren. „Ab 2015 gehen wir wieder in die Ausschreibung“, so Eisenberg weiter, soll heißen, dann schaue man sich nach neuen, umweltfreundlicheren Stadtbussen um. „Perspektivisch wollen wir unsere Diesel- durch Elektrofahrzeuge ersetzen.“

Bis Mitte August erprobt die BSAG den zweiachsigen sogenannten Solo-Niederflurbus mit einer Länge von zwölf Metern. Zur Vorstellung des Testfahrzeugs setzte sich Eisenberg gestern selbst hinters Lenkrad und drehte einige Runden auf dem Betriebsgelände am Flughafendamm. Ohne Getriebe schnurrte der Elektromotor vergleichsweise leise vor sich hin, die schaltlosen Übergänge sind fließender, ruckhafte Bewegungen wie beim Dieselbus werden so vermieden, sagt Eisenberg über den Testbus der chinesischen Firma BYD, der mit 400 000 bis 500 000 Euro ungefähr doppelt so teuer sei wie ein entsprechender Dieselbus. BYD ist ein Fahrzeughersteller in Shenzhen und zählt nach Angaben der BSAG zu den ersten Herstellern von rein elektrisch betriebenen Bussen.

Rund 50 000 Elektrobusse sind laut Eisenberg auf chinesischen Straßen unterwegs, „niemand ist so weit in der Batterietechnik wie die Chinesen“. Viele Karosserieteile des Busses seien dagegen in Deutschland gefertigt worden. Die Batterien sitzen auf dem Busdach, unter den Sitzen und rechts und links im vorderen Bereich, sagt BYD-Managerin Sophie Zhou.

Eine Reichweite von 250 Kilometern schafft der Bus nach Herstellerangaben mit einer Ladung der Eisen-phosphat-Batterien, bis er wieder zurück an die Steckdose muss. Rund 20 Minuten, so Eisenberg, dauere eine Schnellladung über den Fahrdraht auf dem BSAG-Gelände. In der einmonatigen Testphase stehen nun die Reichweite bei sommerlichen Temperaturen unter Einsatz der Klimaanlage, die Ladezeit, der Wartungsumfang und die Kundenmeinungen auf dem Prüfstand. „Der erste Eindruck ist mehr als positiv“, hieß es gestern. Bereits im Winter testete das Verkehrsunternehmen einen E-Bus des Unternehmens „Solaris“, der jedoch nicht überzeugen konnte.

http://www.bsag.de

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