„Quotenfete“ der Landjugend lockt 7500 Feierwütige in die Stadthalle

Ballermann in Bremen

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Immer schön lächeln: Vor ausverkaufter Kulisse feierten am Sonnabend rund 7 500 Besucher die „Quotenfete“.

Bremen - Von Steffen Koller. Bier, Schweiß und Tim Toupet: „Die größte Landjugendparty des Universums“, so die bescheidene Umschreibung der Veranstalter, hat am Samstagabend mehr als 7500 Besucher in die Bremer Stadthalle gelockt.

Bis heute in die frühen Morgenstunden feierten die jungen Leute die ausverkaufte „Quotenfete“. Das selbst ausgegebene Motto „Voll voll“ wurde in jedem Fall erfüllt. Der Boden klebt, und wüsste man nicht, dass er aus Beton ist, man würde Angst bekommen wegzuschwimmen. Bier und andere im Tanzrausch verlorengegangene Flüssigkeiten malen in der Bremer Stadthalle große Muster auf den Boden. Aber halb so wild. Die nächste „Melkstation“, so werden Bierstände an diesem Abend liebevoll und getreu dem bäuerlichen Motto genannt, ist nicht weit. Also, Nachschub geholt und weiter geht die wilde Party, die seit Jahren vorwiegend Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bremer Umland in die Hansestadt zieht.

Und wer nicht weiß, dass das hier heute eine Landjugendparty mit dem gewissen Hauch ländlicher Romantik ist, der wird wohl erst einmal stutzen, wenn er sieht, dass vor den Eigangstoren mehrere Traktoren stehen. Und auch im Innern der Halle haben die Veranstalter recht liebevoll dekoriert, was die heimische Scheune hergibt. Heuschober hängen an der Decke, Mähdrescher stehen in den Ecken, große Traktorreifen dienen als Sitzmöglichkeit. Und wer schon immer wissen wollte, wie eine Euterentzündung schmeckt, der holt sich einfach eine an der nächsten Melkstation. So werden heute Schnäpse genannt – Ideen muss man haben.

Landjugend feiert „Quotenfete“ in Bremen

Während Laura (22) aus Hagen gerade dabei ist, ihren Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufrischen, sagt sie mit wenigen Worten, was sie von der Party hält und steht damit wohl stellvertretend für den Großteil der Besucher: „Ich liebe diese Party!“ Auch Tim und Judith (beide 19) sprechen von der „geilsten Party des Jahres“. Ob nun mit bäuerlichem Touch oder nicht, das sei ihnen „absolut egal“, sagen sie und verschwinden im Nebel, der von der großen Bühne kommt. Genau auf dieser wird kurz darauf der Schlagersänger Tim Toupet seinen Auftritt haben. Mit Songs wie „Ich bin ein Döner“ und „So ein schöner Tag“ zieht er das Publikum auf seine Seite, andere liegen da schon auf der selbigen. Tim Toupet findet: „Mann, ist das geil hier!“ Denn, so steht es auf der Internetseite der Veranstalter unter einer Kurzbeschreibung, die Party sei „voll voll – im doppeldeutigen Sinne“. Diesem Motto haben sich heute Hunderte von Besuchern mehr als verpflichtet gefühlt. Schwankend, aber die „Melkstation“ fest im Blick, steuern viele auf das nächste – und vielleicht letzte – Bier zu.

Andere schlafen und die, die sich vorgenommen haben, heute ganz sicher nicht allein nach Hause zu gehen, starten eine Charmeoffensive, die sich gewaschen hat. Und es gibt auch die, die sich mit sportlichem Ehrgeiz hervortun. Wie in den vergangenen Jahren auch, toben sich die Jugendlichen beim Wettmelken oder Bierkrugstemmen aus. An drei Bühnen wippen bis die in die Morgenstunden Cowboyhüte und Karohemden. Eine Mischung aus Biergeruch, Schweiß und gebratenem Fleisch legt sich wie ein Schleier über die Halle. Raus will heute keiner mehr, dicke Tropfen regnen vom Himmel, der Wind peitscht um die Ecken. Doch irgendwann ist Schluss, zumindest für heute.

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