Balladen und kühne Etüden

Klavierfestival im Sendesaal

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Artem Yasynskyy tritt am Mittwoch, 17. Januar, im Sendesaal auf – im Rahmen des renommierten Bremer Klavierfestivals „Auf schwarzen und weißen Tasten“.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Vier Klavierabende – statt der gewohnten drei – umfasst die Reihe „Auf schwarzen und weißen Tasten“ in diesem Jahr. Seit 1990 gibt es das so kleine wie feine Klavierfestival, für das der Sendesaal an der Bürgermeister-Spitta-Allee und „Bremen Zwei“ gemeinsam verantwortlich sind. Klassik-Stars und Ausnahmetalente stehen auf dem Programm.

Zum Auftakt wird einer der bekanntesten Pianisten der Welt im Sendesaal erwartet: Leif Ove Andsnes, Star-Pianist aus Norwegen, der gerade am für seine Akustik weltweit gerühmten Ort des Geschehens seine neue CD mit Werken von Frédéric Chopin produziert. Balladen und Nocturnes von Chopin stehen nun auch auf dem Programm bei Andsnes‘ Auftritt am Donnerstag, 11. Januar, um 20 Uhr.

Im zweiten Konzert der Reihe wird die im Moment wohl prominenteste und erfolgreichste Pianistin aus Italien ihr Bremen-Debüt geben: Beatrice Rana, 1993 in Copertino geboren. Sie spielt unter anderem Werke von Schumann und Ravel – am Sonnabend, 13. Januar, 20 Uhr.

Werke von Liszt und Rachmaninow

Am Mittwoch, 17. Januar, folgt – ebenfalls um 20 Uhr – ein Lokalmatador: Artem Yasynskyy, 1988 in Donezk (Ukraine) geboren und längst zum Bremer geworden. Yasynskyy hat an der Bremer Hochschule für Künste studiert und ist einer der international am meisten beachteten Musiker aus der Hansestadt. Yasynskyy gewann Preise bei bedeutenden Wettbewerben in Italien, Japan und den USA. Im Sendesaal spielt er Werke von Scarlatti, Mozart, Beethoven, Hofmann und Prokofiev. Der Auftritt ist zwar ein Heimspiel, zugleich aber auch ein Debüt – Yasynskyys Debüt im Sendesaal nämlich.

Das Festival „Auf schwarzen und weißen Tasten“ endet am Sonnabend, 20. Januar, um 20 Uhr mit einem Auftritt des 1984 in Moskau geborenen israelischen Pianisten Boris Giltburg. Er spielt Werke von Liszt und Rachmaninow. Giltburg gilt als einer der führenden Pianisten seiner Generation. „In Bremen wird der Pianist ein kühnes und forderndes Etüden-Programm spielen“, hieß es vorab.

Eintritt je Klavierabend: 30 Euro, ermäßigt: 20 Euro. Tickets gibt es an der Abendkasse und unter www.sendesaal-bremen.de.

„Land in Sicht“ am Osterdeich

Unter dem Titel „Land in Sicht“ zeigt die Villa Sponte (Osterdeich 59b) von Sonntag, 14. Januar, bis einschließlich Sonntag, 18. Februar, Fotografien des Berliner Künstlers Jo Fischer sowie Skulpturen des bosnischen Bildhauers Mirsad Herenda.

Die Vernissage beginnt am Sonntag, 14. Januar, um 15.30 Uhr. Anschließend ist die Ausstellung dienstags, sonnabends und sonntags jeweils in der Zeit von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

„Land in Sicht, singt der Wind in mein Herz. Die lange Reise ist vorbei. Morgenlicht weckt meine Seele auf. Ich lebe wieder und bin frei. . .“ So beginnt ein „Ton-Steine-Scherben“-Song von Rio Reiser, der der Ausstellung den Titel gegeben hat.

Komisch-grotesk wie abgründig

Fischer wird gegenwärtig als Star der Foto-Szene gefeiert. Er zog vorübergehend nach Bremen und „begab sich hier auf eine fotografische Recherche über das niedersächsische Umland und die dort ansässigen Menschen“, so ein Sprecher der Villa Sponte. Und weiter: „Insbesondere die Alltagsgeschichten interessieren ihn, die kleinen Begebenheiten, die so komisch-grotesk wie abgründig sind. Seine Bildgeschichten entstanden in Schützenvereinen, auf Bauernhöfen und in urigen Gaststätten.“

Heftige Kritik musste der Fotograf in Syke einstecken, denn dort wollte er Schützen und Jäger mit Waffen fotografieren. Doch die Syker wollten nicht so wie Fischer, der übrigens auch keine schöne Fassaden in der Kleinstadt fand, wie er angab. Syke schaffte es dann im Februar 2017 auf die Startseite von „Spiegel Online“. Anlass war ein Interview mit dem Fotografen über seine Erfahrungen in eben diesem Syke. Titel: „Was fasziniert Sie an dieser Stadt?“ „Nichts“.

Herenda, geboren im bosnischen Gorazde, studierte Bildhauerei in Sarajevo. Seit 2004 lebt der Künstler in Bremen, wo er 2012 ein Gaststudium an der Hochschule für Künste als Meisterschüler abschloss. Seine Werke entstehen in seinem Atelier im Bremer Westen – so beispielsweise Vögel aus Draht mit unzähligen Schweißpunkten, die frei im Raum schweben.

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