„Luft nach oben“ bei Sicherheit und Sauberkeit

„Mobile Servicekräfte“ sollen BSAG-Haltestellen sauberer und sicherer machen

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Blick in die Unterlagen auf dem Klemmbrett: Niels Keddeinis und Birte Schmidt gehören zu den ersten 20 „mobilen Servicekräften“ der Bremer Straßenbahn AG. Hier stehen sie an der Domsheide.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Sicherheit, Information, Sauberkeit – das ist ihre Mission. 20 neue Mitarbeiter sollen helfen, die Haltestellen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) deutlich kundenfreundlicher zu machen. Die „mobilen Servicekräfte“ gehen in diesen Tagen an den Start. Ihre Geschichte ist zugleich die Geschichte eines besonderen Bremer Qualifizierungsprogramms.

Es habe „klare Signale“ von den Kunden gegeben, dass „wir bei Sauberkeit und Sicherheit noch Luft nach oben haben“, sagt BSAG-Vorstand Michael Hünig. Als das Wirtschafts- und Arbeitsressort das zunächst für zwei Jahre laufende Beschäftigungsprogramm „Perspektive Arbeit – saubere Stadt“ (PASS) auflegte, fiel die Entscheidung nicht mehr schwer.

Bremen gibt für PASS 3,5 Millionen Euro aus, um bis zu 130 Arbeitslosen den Weg zurück ins Arbeitsleben zu ebnen. Das Programm ist besonders für Alleinerziehende, für Menschen mit Migrationshintergrund und für Menschen über 50 gedacht.

Die BSAG hat sich um insgesamt 44 PASS-Stellen beworben. Die ersten 20 Teilnehmer wurden seit dem 1. Juli geschult; Abbrecher gab es nicht. Die zweite Gruppe beginnt die Ausbildung zur „mobilen Servicekraft“ am 1. Oktober. Dank der PASS-Mittel kann die BSAG es sich leisten, die Kräfte in Vollzeit (und eben: sozialversicherungspflichtig) zu beschäftigen. „Ziel ist es, das Projekt nicht nur für zwei Jahre zu machen“, sagt Hünig.

Ansprechpartner in Signalwesten

Die Kräfte – in BSAG-Kleidung und mit Signalwesten – sollen Ansprechpartner für Fahrgäste sein. Sie helfen älteren Menschen und Behinderten beim Ein- und Ausstieg. Sie gucken, ob Haltestellen sauber sind. Bei größeren Verschmutzungen rufen sie den Reinigungsdienst; kleinere Dinge erledigen sie gleich selbst. Sind Reparaturen nötig, informieren die Kräfte das Haltestellenmanagement der BSAG.

Via Mobiltelefon und Laptop haben sie einen direkten Draht zur BSAG-Leitstelle. Zudem soll die physische Präsenz der Kräfte „präventiv“ wirken und das subjektive Sicherheitsgefühl stärken, sagt Hünig.

Das ist natürlich nicht an allen Haltepunkten gleichermaßen vonnöten. Niels Keddeinis gehört zu den ersten 20 „mobilen Servicekräften“. Er nennt die Einsatz-Schwerpunkte: „Hauptbahnhof, Domsheide, Huckelriede, Roland-Center und Schweizer Eck.“

Von der City bis Tenever also. Am Hauptbahnhof sind freitags und sonnabends auch Schichten bis Mitternacht geplant. Ohnehin haben die Kräfte Schicht- und Wochenenddienst. Im Team werden 16 verschiedene Sprachen gesprochen – was an dem einen oder anderen Brennpunkt durchaus hilfreich sein kann.

„Gutes Feedback“ nach ersten Test-Einsätzen

In der Ausbildung, berichtet Keddeinis, wurde zunächst „viel Bus und Bahn gefahren, um Linien und Netz kennenzulernen“. Es folgte ein Studium der Tarife. Und dann: „Umgang mit Stress, wenn jemand aggressiv auf einen zukommt.“ Und nicht zuletzt: „Ein Seminar in Kommunikation.“ Bei ersten Test-Einsätzen habe es „schon ein gutes Feedback“ gegeben. Was den Kräften wiederum das schöne Gefühl gab, „wahrgenommen und wertgeschätzt“ zu werden.

„Wir gehen gerne mit Menschen um.“ Das, so sagt Keddeinis‘ Kollegin Birte Schmidt, verbinde alle Kollegen. Die PASS-Mittel auf diese Weise einzusetzen, sei „sinnvoll für Menschen, Unternehmen und Stadt“, sagt Wirtschafts- und Arbeitssenator Martin Günthner (SPD). Der Senat wolle die Stadt „sicherer und sauberer machen“ – und zugleich dafür sorgen, dass Menschen eine Perspektive am Arbeitsmarkt bekommen. Umwelt- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) hofft zudem darauf, dass nun mehr Menschen auf Busse und Bahnen umsteigen – besonders „auch abends“.

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