Politt, Malcharek und Selenati können gewinnen

Die bärenstarken Bremer Bahn-Nobodys

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Hauptaugenmerk Straße: Aber Nils Politt (Bild) genießt gerade das Bremer Sechstagerennen, das er mit Partner Kenny de Ketele sogar gewinnen kann.

Bremen - Eigentlich stehen bei den Sixdays oft die Stars im Vordergrund, die Sprints gewinnen oder einen Rundengewinn final mit ihrer Schnelligkeit eintüten. Bei der 56. Bremer Auflage verschiebt sich dieses Bild gerade etwas. Stars wie Kenny de Ketele, Morgan Kneisky oder Wim Stroetinga machen gewiss einen tollen Job. Aber in diesem Jahr stechen auch drei Fahrer heraus, die man getrost als Bahn-Nobodys bezeichen kann, weil sie sich unter dem Hallendach bisher noch keinen Namen gemacht haben.

Dazu gehört auch Nils Politt. Der 25-jährige Kölner ist nun nicht gerade ein Unbekannter, hat seine großen Erfolge (unter anderem Zweiter beim Eintages-Klassiker Paris-Roubaix) aber ausschließlich auf der Straße erreicht. Für Bremens sportlichen Leiter Erik Weispfennig ist Politts Bahnauftritt keine Überraschung: „Das habe ich erwartet. Nils hat echt Bock auf die Halle und ist mit Leidenschaft bei der Sache. Er findet das Fahren so eng vor dem Publikum toll.“ Politt selbst meinte: „Die Straßenvorbereitung im Dezember und Januar ist oft sehr eintönig. Da ist ein Sechstagerennen eine tolle Abwechslung – auch für den Kopf.“

Und dabei ist Politt nicht nur das Anhängsel von Sixdays-Ass Kenny de Ketele, mit dem er um den Gesamtsieg mitfährt. Der Belgier kann sich voll auf die Standhaftigkeit seines Partners verlassen. Weispfennig beschreibt das kurz so: „Nils ist unkaputtbar.“

Eine ganz starke Figur gibt derzeit auch der gerade erst 22 Jahre alte Moritz Malcharek ab. Okay: Bei den U 23-Junioren hat er schon zweimal gewonnen, aber bei den Profis ist er noch ein Greenhorn. Der Berliner wäre unter normalen Umständen wahrscheinlich nie ins Rampenlicht gerückt, fuhr er in den ersten Tagen mit Partner Melvin van Zijl doch auf hinteren Rängen mit.

Nutzt gerade seine Chance: Moritz Malcharek (Bild) profitierte von der Krankheit von Theo Reinhardt und macht an der Seite von Morgan Kneisky einen tollen Job.

Aber dann gab es einen Glücksmoment, der nur deshalb zustande kam, weil zwei andere Fahrer Pech hatten. Van Zijl musste am Samstag wegen gesundheitlicher Probleme passen, und auch Theo Reinhardt konnte wegen eines Infekts nicht mehr fahren. Weispfennig handelte und stellte Malcharek an die Seite von Mehrfach-Weltmeister und Reinhardt-Partner Morgan Kneisky. Und Malcharek nutzte seine Chance. Weispfennig ist hellauf begeistert: „Das muss man vom Kopf her erst einmal verarbeiten, dass man von einem auf den anderen Tag mit einem Weltmeister fahren darf. Aber Morgan ist auch ein toller Kollege. Sollte Theo nicht wiederkommen, traue ich beiden mindestens das Podest zu.“ Am Sonntag lagen beide auf Platz drei.

Wie ein Schneekönig dürfte sich auch der 23-jährige Nico Selenati gefühlt haben, der bei den Profis noch nahezu unbekannt ist. Der Schweizer rückte kurzfristig für den am Knie verletzten Domenic Weinstein ins Fahrerfeld – und dies an der Seite des frisch gebackenen Rotterdam-Siegers Wim Stroetinga. „Nico ist immerhin Vize-Europameister der U 23 im Skratch und steht bei den Profis im Schweizer Olympiakader. In der Schweiz trainiert er auch auf kleineren Bahnen, die denen in Bremen ähneln. Deshalb ist das für ihn hier nicht so neu“, berichtet Weispfennig.

Selenati selbst gibt zu, dass er im siebten Himmel schwebt: „Das ist schon eine große Sache, dass ich überhaupt in Bremen bin, und dann auch noch mit Wim fahren darf.“ Und der „Hammer“ bei der Sache: Das Duo lag am Sonntag sogar ganz vorn.

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