Mehrere Großprojekte

Baustellen lähmen Verkehr

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Die Baustelle auf der B 6 Richtung Oldenburg sorgt für Unmut bei den Autofahrern. Sie stehen immer wieder im Stau.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke - Da ist sie wieder, die Ferienzeit. Wer arbeiten muss und sich auf ein entspanntes Fahren in die Stadt Bremen gefreut hat, der sieht sich enttäuscht.

Stattdessen müssen Autofahrer mehr Zeit für ihre Tour einplanen, denn zu den Hauptverkehrszeiten lässt sich eines kaum vermeiden: Stau. Gleich mehrere große Baustellen lähmen den Verkehr.

Während die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) die Sommerferien zur Erneuerung der fast 40 Jahre alten Schienen der Linien 1 und 8 zwischen Neustadt und Grolland nutzt, betreut das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) weitere Großprojekte und zieht damit – wie jedes Jahr – den Unmut der Verkehrsteilnehmer auf sich. Verzögerungen von 30 bis 60 Minuten im Bremer Süden auf der B 6 zwischen Oldenburg und Bremen sowie am Zubringer Arsten sind morgens und abends die Regel – schimpfende Autofahrer die Folge. Schleichwege werden gesucht, nicht immer gefunden. Die Innenstadt wirkt zeitweise wie im Weihnachtsverkehr. Wer pfiffig ist und fit genug, nimmt sein Rad mit, deponiert es vor der Stadt und steigt um.

Im Fokus des ASV steht das größte Projekt: die Brückensanierung auf der B 6 stadtauswärts Richtung Oldenburg (Stephanibrücke). Eine Fahrspur ist komplett gesperrt, statt zwei Spuren steht dem Verkehr in jede Richtung nur eine zur Verfügung. Diese Baustelle produziert jede Menge Stau. Lässt sich aber nicht vermeiden, sagt Martin Stellmann vom ASV, der alles koordiniert. „Das ist die letzte große Brücke im Zuge der B 6. Grolland, Nordwestknoten, Fly-over – das haben wir in den vergangenen sechs Jahren hinter uns gebracht“, erklärt er.

Für die Brücke sei es nun allerhöchste Zeit. Sie sei mehr als 40 Jahre dauerhaft unter Verkehr und nicht mehr dicht („es regnet rein“). Mehr als 70 000 Fahrzeuge werden hier den Angaben nach täglich gezählt, davon zehn Prozent Schwerlastverkehr. Selbst jetzt in den Ferien und mit Baustelle sinkt der Verkehr lediglich auf 50 000 bis 60 000 Fahrzeuge, sagt der Experte. Und: „Es ist unsere zweitwichtigste Verkehrsader nach der A 1.“ Den Unmut über die Baustelle kann er durchaus verstehen, zumal es keine „wirklich leistungsfähige Alternative“ gibt. Stellmann: „Das musste jetzt gemacht werden, rausschieben war nicht mehr drin. Zusammen mit anderen Maßnahmen in den Vorjahren wäre es auch nicht gegangen.“ Aufgrund der empfindlichen Baustoffe müssten auch die Sommerferien sein, in denen man sich trockenes Wetter erhofft. Die Sanierungsstrecke ist 360 Meter lang, gesperrt sind mit Rampen 600 Meter. Bis Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Im Zuge der 2,5 Millionen Euro teuren Maßnahme, die der Bund zahlt, wird auch die kleine Brücke an der Duckwitzstraße saniert. Um Staus zu vermeiden, rät Stellmann zu Bus und Bahn und zu einem Blick auf die Seite der Verkehrs-Management-Zentrale unter http://www.vmz.bremen.de.

Weiterer Engpass: Die Abfahrt Weyhe-Dreye von der A 1 ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Grund: Die Mittelinsel auf dem Zubringer kommt weg. „Sie ist nicht mehr zeitgemäß und verkehrssicher“, sagt Stellmann. Bis zum Ende der Ferien soll eine „echte Einfädelungsspur“ entstehen, damit der Verkehr von der Autobahn besser wegfließen kann, wie sich der Fachmann ausdrückt. Bezahlt wird die Maßnahme vom Bund. Die Insel ist bereits beseitigt, der Verkehr aus Bremen wird durch die Baustelle geleitet. Dabei kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen, da sowohl Auto- als auch Lkw-Fahrer gern direkt vor der Absperrung nach links rüberziehen, weil sie wohl die deutlichen Einordnungschilder übersehen haben.

Zu den größeren Projekten zählt ferner ein komplett neues „Ohr“ auf der B 6 Richtung A 27. Die Auffahrt („Ohr“) Überseestadt Richtung Bremerhaven wird bis Ende der Ferien neu gemacht – und ist unterdessen gesperrt. Grund: Die Fahrbahn ist kaputt. Außerdem werden auf der Thalenhorststraße in Mahndorf schadhafte Beläge an zwei Gleisbrücken erneuert. Eine Ampel regelt den einspurigen Verkehr.

Gute Nachricht: In Huckelriede (Sielhof) gibt‘s Mitte nächster Woche wieder freie Fahrt. Dann ist der Niedersachsendamm fertig.

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