Staumeldungen im Internet beachten

Welle von Baustellen rollt auf Raum Bremen zu - ein Überblick

Baustellen Autobahn
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Erhebliche Schäden: Der Hauptfahrstreifen auf der Autobahn 1 zwischen Dreieck Stuhr und der Abfahrt Brinkum.

Bremen - Von Heinrich Kracke. Die Großbaustelle an der Hansalinie ist Geschichte, jetzt also entspannt über die Autobahnen der Region pendeln? Nicht ganz.

Für die Sommermonate rollte erneut eine Welle von Baustellen auf den Raum Bremen zu, keine Riesengeschichte wie in den vergangenen Jahren, aber doch eine Vielzahl von kleineren und größeren Maßnahmen, die über Wochen Staumeldungen im Verkehrsfunk produzieren dürften. So viel, dass Martin Stellmann vom Bremer Amt für Straßen und Verkehr nicht nur den gelegentlichen Blick auf die aktuellen Staumeldungen im Internet unter vmz.bremen.de verweist, sondern ganz generell Pendlern einen Umstieg auf Bahnen und Busse empfiehlt. „Damit kommen sie komfortabel und ohne großen Zeitverlust am Arbeitsplatz an, gleichzeitig schaffen sie Platz für den Durchgangsverkehr, so dass die Stauzeiten kürzer ausfallen.“

Am stärksten trifft es die A1. Zwischen Bremer Kreuz und der Abfahrt Hemelingen werden Brücken saniert, zwischen der Abfahrt Brinkum und Wildeshausen marode Fahrbahnteile ausgetauscht, beides verbunden mit gesperrten Fahrspuren. Auch auf den Bremer Zufahrten aus Richtung Wildeshausen und Richtung Verden drohen den Autofahrern Nervenproben. Auf der B 75 aus Richtung Delmenhorst erhält die Brücke über den Huchtinger Kreisel eine Frischzellenkur, auf der Autobahn 27 der Abschnitt zwischen den beiden Achimer Anschlüssen eine neue Fahrbahndecke. Und nebenbei laufen schon die Vorbereitungen für zwei Großprojekte auf der A1, für die Vollsanierung zwischen Dreieck Stuhr und der Abfahrt Brinkum sowie dem sechsspurigen Ausbau auf 20 Kilometern zwischen Lohne und Neuenkirchen.

Autobahn A1: Mitte Juli beginnt die großflächige Brückensanierung mit dem Bauwerk am Bremer Kreuz. Für zwei bis drei Wochen wird der Verkehr zweispurig an der Baustelle vorbeigeleitet, die jeweilige Fahrspur an der Mittelleitplanke ist gesperrt. Ab Ende Juli folgen dann die fünf weiteren Brücken zwischen Uphusen und Hemelingen, in diesem Bereich jedoch nicht mit kurzen gesperrten Abschnitten, sondern mit einer durchgängigen Sperrung der Fahrspur dies- und jenseits der Mittelleitplanke über die gesamten sechseinhalb Kilometer. „Die größte Gefahr geht jeweils von den Einfädelungen aus, dieser Bereich löst die meisten Unfälle und die meisten Staus aus. Wir werden die Zahl der Einfädelungen deshalb auf eine einzige reduzieren,“ sagt Stellmann. Bis Ende September dauern die Arbeiten an.

Bearbeitet werden die Brücken jeweils von der Unterseite, dies aber gründlich. Wo Beton abgeplatzt ist, wird er aufgefüllt, es kommt eine wetterresistente Beschichtung drauf, die Brückenpfeiler werden neu konserviert und die Geländer ausgewechselt. Überarbeitet werden auch die Widerlager ebenso wie der Bordstein an der darüber liegenden Fahrbahn, und schließlich rücken noch die Maler mit neuer Farbe an. Rund 2,3 Millionen Euro fließen in den Erhalt des halben Dutzend Brücken. Allerdings werden in diesem Jahr lediglich die Brücken-Mitten saniert, Teil zwei der Arbeiten mit den Brücken-Seiten folgt im darauffolgenden Sommer.

Doch auch wer die Abfahrt Hemelingen passiert hat, kann nicht zuverlässig mit freier Fahrt rechnen. Ab Mitte August wird zwischen Brinkum und Stuhr in Fahrtrichtung Osnabrück der rechte Fahrstreifen gesperrt. „Da müssen eine ganze Reihe von Betonfeldern neu gegossen werden,“ sagt Horst Behrmann von der Autobahnmeisterei Wildeshausen, „außerdem wird die Vollsanierung dieses Bereichs vorbereitet, die im nächsten Jahr, spätestens jedoch im übernächsten Jahr ansteht.“ Immerhin kann der Verkehr die Baustelle noch zweispurig passieren. Beim anschließenden Projekt wird es noch enger. Südlich Wildeshausens soll die rechte Fahrspur auf knapp sieben Kilometer saniert werden, dem Verkehr steht während der Bauzeit vom 7. bis 31. Oktober lediglich noch eine einzige Fahrspur zur Verfügung.

Noch weiter südlich kündigen sich für diesen Sommer keine großen Baustellen an, stattdessen wird Anlauf genommen für ein nächstes Mammutprojekt. „Zwischen Lohne und Neuenkirchen wird die Autobahn auf sechs Spuren verbreitert, da steht die Planung kurz vor dem Abschluss“, sagt Cord Lüesse von der Baubehörde Osnabrück. Er rechne für das 20 Kilometer lange Teilstück mit einem Baustart schon in zwei Jahren.

B 75, Huchting: Die südwestliche Bremer Stadteinfahrt über Huchting wird an ihrer sensibelsten Stelle einer Verjüngungskur unterzogen. Ab Ende Juni rücken Bauarbeiter an der Brücke über die Huchtinger Kreisel an. Die Arbeiten dauern rund vier Wochen, in dieser Zeit steht lediglich eine Fahrspur je Richtung zur Verfügung.

Autobahn A 27: Ab Mitte August gehen die Oberflächen-Erneuerungen auf der Autobahn A 27 im Landkreis Verden in die nächste Runde. Zunächst steht der mehr als vier Kilometer lange Abschnitt zwischen den Achimer Auffahrten in Fahrtrichtung Bremen an. „Die Arbeiten dauern bis Ende September,“ sagt Jana Winkler von der Straßenbaubehörde Verden. Nahezu zeitgleich wird auch ein acht Kilometer langes Teilstück zwischen Walsrode West und Verden Ost saniert. Im weiteren Verlauf Richtung Norden baut das Straßenbauamt Bremen die Anschlussstelle St. Magnus aus. Die Arbeiten haben bereits begonnen, bis zu deren Abschluss Ende Oktober werden rund 2,3 Millionen Euro in das Projekt geflossen sein. Das Land Bremen teilt sich die Kosten mit dem Bund. Und noch weiter nördlich geht es zwischen Uthlede und Hagen ans Eingemachte. Zunächst werden fünf Kilometer in Fahrtrichtung Bremerhaven saniert, anschließend ab September sieben Kilometer in umgekehrter Richtung.

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