„Terrakotta-Armee“ im Frühsommer 2018 zu sehen

Ausstellung im BLG-Forum: Die Krieger des Kaisers kommen

Jaana Klump, Kuratorin der Ausstellung „Die Terrakotta-Armee und das Vermächtnis des Ewigen Kaisers“, hebt am Donnerstag im Bremer Rathaus den Kopf einer Krieger-Replik an. - Foto: Esser
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Jaana Klump, Kuratorin der Ausstellung „Die Terrakotta-Armee und das Vermächtnis des Ewigen Kaisers“, hebt am Donnerstag im Bremer Rathaus den Kopf einer Krieger-Replik an.

Bremen - Von Jörg Esser. Die friedlichen Krieger aus dem Reich des ersten chinesischen Kaisers kommen nach Bremen: Die Terrakotta-Armee macht vom 18. Mai bis 19. August 2018 Station im BLG-Forum in der Überseestadt. Gezeigt werden unter anderem 150 originalgetreue Krieger und weitere Repliken aus der riesigen Grabanlage, die seit 1987 Unesco-Welterbe ist. Erwartet werden rund 40.000 Besucher.

Seit 2014 ist die von der Ludwigsburger Firma „All in One“ neukonzipierte Wanderausstellung unterwegs. Letzte Station war von Mai bis Oktober dieses Jahres Dresden. Mit Bremen wird erstmals Norddeutschland angesteuert. Und das freut den Chefvermarkter der Hansestadt, Peter Siemering, Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ). Die Ausstellung sei „eine einzigartige Attraktion für die Sommermonate“. Die BTZ kurbelt jetzt das Marketing für die Ausstellung an. Im März 2018 soll dann ein „reisender Krieger“ mit zur Tourismusmesse ITB nach Berlin geschleppt werden. In die Hansestadt will Siemering unter anderem Besucher aus Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Skandinavien lotsen.

Die Grabanlage von Kaiser Qin Shi Huang Di (259 bis 210 vor Christus), in der unter anderem 1974 die Terrakotta-Armee entdeckt wurde, gilt als größte archäologische Sensation des 20. Jahrhunderts, als „achtes Weltwunder“. Die Anlage ist 56 Quadratkilometer groß und misst damit so viel wie 8 000 Fußballfelder oder wie ein Viertel der Bremer Stadtfläche. Bislang sei erst ein Viertel des „unglaublich großen“ Kaisergrabes freigelegt worden, sagt Kuratorin Jaana Klump. Von den 8000 Kriegern aus der Palastwache sind rund 2 000 zusammengepuzzelt worden. Die Figuren müssen aus zahlreichen Scherben zusammengeklebt werden. „Im Durchschnitt sind es 80 Stücke“, sagt Klump. Die Terrakotta-Armee hat schließlich 2200 Jahre fünf Meter unter der Erde verbracht, unter einem Holzdach.

„Jedes Replikat ebenfalls ein Original“

Die Wanderausstellung präsentiert unter anderem originalgetreue Repliken der Krieger, die von chinesischen Handwerkern nach genau dem gleichen Verfahren und mit der handwerklichen Kunstfertigkeit hergestellt wie die Originale – direkt neben der Grabanlage in der chinesischen Provinz Shaanxi, in uralten Brennöfen und mit Material aus Lehmgruben. „Damit ist jedes Replikat ebenfalls ein Original“, sagt die Kulturhistorikerin. Jede Figur besteht dabei aus bis zu sieben hohlen Einzelteilen, die beim Brennen zusammengefügt werden. So sind die Körper immer gleich – die Krieger unterscheiden sich nur durch ihre individuellen Köpfe, die jeweils aufgesetzt werden. Unter den   Ausstellungsstücken befinden sich zudem lebensechte Tierdarstellungen, Waffenrekonstruktionen, Rüstungen sowie Kleider der verschiedenen Kaiser-Dynastien.

Die Ausstellung „Die Terrakotta-Armee und das Vermächtnis des Ewigen Kaisers“ ist vom 18. Mai bis 19. August 2018 im BLG-Forum zu sehen. Geöffnet ist sie mittwochs bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 15 Euro. Karten gibt es bei der BTZ (0421/30 800 10).

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