Ausstellung „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ in der Unteren Rathaushalle zeigt „weitgehend unbeachtete Fakten“

Die Schlachtfelder außerhalb Europas

Aitape, Papua Neuguinea, August 1944: Auf Befehl weißer Offiziere mussten die Insulaner alles, was die kriegführenden Armeen brauchten, über glitschige Pfade ins umkämpfte Gebirge Neuguineas schleppen. Quelle: Archiv der U.S.-Army
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Aitape, Papua Neuguinea, August 1944: Auf Befehl weißer Offiziere mussten die Insulaner alles, was die kriegführenden Armeen brauchten, über glitschige Pfade ins umkämpfte Gebirge Neuguineas schleppen. Quelle: Archiv der U.S.-Army

Bremen - Die Wanderausstellung „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ macht von heute, bis Dienstag, 23. September, in der Unteren Rathaushalle Station. Die Ausstellung will mit der „eurozentrischen Sichtweise“ brechen, wonach der Zweite Weltkrieg vor allem ein europäisches Ereignis gewesen sei. Sie präsentiert nach Angaben der Macher „bis heute weitgehend unbeachtete Fakten“.

In den Armeen der Alliierten waren mehr als 20 Millionen Soldaten aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien am Kampf gegen Deutschland und Japan beteiligt. Darüber klärt die Präsentation auf. Zudem wollen die Ausstellungsmacher zeigen, dass „weite Teile der damaligen kolonialisierten Welt als Schlachtfelder sowie Bezugsorte für kriegswichtige Rohstoffe und Nahrungsmittel dienten – mit zum Teil negativen Auswirkungen bis in die Gegenwart“. Entsprechend hoch waren die Opferzahlen: Allein China hatte mehr Opfer zu beklagen als Deutschland, Italien und Japan zusammen, und auf den Philippinen mussten während der japanischen Besatzungszeit mehr als eine Millionen Menschen ihr Leben lassen, davon 100000 bei Luftangriffen auf Manila. Hinzu kamen Hunderttausende von Frauen, die als Zwangsprostituierte verschleppt wurden – unter anderem 200000 in japanische Militärbordelle.

Die Ausstellung wurde von dem in Köln ansässigen Verein „Recherche International“ konzipiert und war seit ihrer Eröffnung 2009 in mehr als 40 deutschen und schweizerischen Städten zu sehen – ursprüngliche Grundlage ist das 2005 vom Rheinischen Journalistenbüro veröffentlichte Buch „Unsere Opfer zählen nicht – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ gewesen.

Zur Stippvisite in Bremen gehört ein auf Afrika fokussiertes Begleitprogramm. Die offizielle Eröffnungsveranstaltung steht morgen, Dienstag, um 19 Uhr in der Unteren Rathaushalle auf dem Programm. Bremer afrikanischer Herkunft berichten darüber, wann und wo sie das erste Mal mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Berührung gekommen sind und ob sich ihr Verhältnis hierzu verändert hat, nachdem sie in Europa angekommen sind. Außerdem informiert Karl Rössel, einer der Kuratoren der Ausstellung, über die Entstehung der Ausstellung, über die Geschichte des Projekts und darüber, welche Debatten die Präsentation bislang angestoßen hat.

Die Ausstellung „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ ist bis zum 23. September täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

je

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