Ausstellung bei der Arbeitnehmerkammer

Das industrielle Herz

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„Als der Pott wieder kochte“ – unter diesem Titel zeigt die Arbeitnehmerkammer Fotografien von Hans Rudolf Uthoff.

Von Thomas Kuzaj. Ausstellungen: Industrie und wirtschaftlicher Aufschwung – in den 50er Jahren, in der Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders, war das geradezu untrennbar miteinander verbunden. Symbolisch steht das Ruhrgebiet für die Schufterei. Markante Einblicke in diese Zeit gibt jetzt eine Ausstellung in den Räumen der Arbeitnehmerkammer (Bürgerstraße 1, Innenstadt).

Ausstellungen: Industrie und wirtschaftlicher Aufschwung – in den 50er Jahren, in der Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders, war das geradezu untrennbar miteinander verbunden. Symbolisch steht das Ruhrgebiet für die Schufterei. Markante Einblicke in diese Zeit gibt jetzt eine Ausstellung in den Räumen der Arbeitnehmerkammer (Bürgerstraße 1, Innenstadt).

„Als der Pott wieder kochte“ – unter diesem Titel zeigt die Arbeitnehmerkammer Fotografien von Hans Rudolf Uthoff, die in den Jahren 1950 bis 1969 entstanden sind.

„Als Uthoff im Ruhrgebiet zur Zeit des ‚Wirtschaftswunders‘ fotografierte, wollte er das dortige Leben und Arbeiten in allen seinen Facetten festhalten. Harte körperliche Arbeit in der Schwerindustrie auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch Mode und Konsum, Go-Kart-Rennen, Taubenzüchter und Gewerkschafts-Chöre“, heißt es in einer Vorschau der Kammer.

Einblicke mit

zeitlicher Distanz

Und weiter: „Im ‚Pott‘, wo immer mehr Kohle und Stahl produziert wurde, schlug das industrielle Herz der jungen Bundesrepublik. Hier fotografierte Uthoff seine ersten Reportagen und beobachtete dabei die Menschen sehr genau. Die entstandenen Schwarz-Weiß-Fotos liefern, auch aus der zeitlichen Distanz betrachtet, einen vielschichtigen Einblick in das Lebensgefühl der damaligen Zeit.“

Die Ausstellung „Als der Pott wieder kochte“ ist vom 1. Juli bis zum 31. August in der Galerie im Foyer der Arbeitnehmerkammer zu sehen. Die Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8 bis 18.30 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr. Eintritt: frei.

Hans Rudolf Uthoff, 1927 in Hannover geboren, ließ sich zunächst zum Glasmaler ausbilden und arbeitete anschließend in der Dombauhütte Köln. Mitte der 50er Jahre wandte er sich der Fotografie zu. Erst arbeitete er als PR-Fotograf für die US Navy, Army and Air Force – dann, ab 1957, als Pressefotograf in der deutschen Stahlindustrie und im Bergbau. Ab 1968 war er als Fotojournalist für den Hamburger Jahreszeiten-Verlag aktiv. 1971 gründete er ein Unternehmen für Fotoreportagen und bereiste etwa 120 Länder. Uthoff lebt in Hamburg.

Bühnen: Riesenfreude beim Bremer Figurentheater „Mensch, Puppe!“ – das Ensemble hat bei den Privattheatertagen einen der begehrten „Monica-Bleibtreu-Preise“ gewonnen, den Publikumspreis nämlich. Überreicht wurde die Auszeichnung in den Hamburger Kammerspielen – und zwar für eine Produktion mit Tschechows Einaktern. Regie: Henrike Vahrmeyer, Bühne und Kostüme: Christian Robert Müller, Puppenentwürfe: Hagen Tilp, Puppenbau: Robert Rudat, Mia Stolle, Katja Weinhold, Schneiderei: Uschi Leinhäuser, Spiel: Leo Mosler, Claudia Spörri, Markus Seuss. Die Einakter sind eine Koproduktion des Figurentheaters mit der Bremer Shakespeare-Company.

Bücher: Die „Generation 30 plus“ und ihre Angst vor dem Scheitern – Thema des Romans „Die Glücklichen“ von Kristine Bilkau. Jetzt kommt die Autorin, Jahrgang 1974, nach Bremen, um aus ihrem Buch zu lesen – am Mittwoch, 8. Juli, im Buchladen Ostertor (Fehrfeld 60). Beginn ist um 20 Uhr. Eintritt: fünf Euro.

Bilkaus Buch dreht sich um eine junge Kleinfamilie aus dem Öko-Bürgertum, die „mit den eigenen Ansprüchen an ein ‚Leben ohne Niederlagen‘ überfordert ist“. „Finanzielle Belastungen und Unsicherheit am Arbeitsplatz drängen die hochqualifizierten jungen Kreativen in den sozialen Abstieg. Zu der Angst vorm beruflichen Scheitern gesellt sich die Angst vorm kulturellen Statusverlust, vor dem Abschied von Babyschwimmen, Bioläden und Backmanufaktur“, heißt es in einer Ankündigung. „Hinzu kommt der Konkurrenzdruck, der Blick auf die scheinbar erfolgreichen und glücklichen Nachbarn, die Sehnsucht nach Stabilität und Freiräumen, die Entfremdung voneinander.“

Die Lesung ist eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung, die den Grünen nahesteht. Mit ihr wird die Reihe „Böll im ‚Buchladen Ostertor‘“ fortgesetzt.

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