Kunsthandwerker-Markt „Finden“ zieht zahlreiche „Sehleute“ und Käufer an

Außergewöhnliche Unikate

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Bildhauer Franz-Josef Vanck aus Krefeld erzählt potenziellen Kunden die Geschichten, die die filigranen Bronzefiguren auf seinen Stelen und Wandreliefs erzählen sollen. 

Bremen – Hüte, Gürtel, Lederstücke, ganz viel Holz, noch mehr Schmuck und ganz viel Keramik: 50 Kunsthandwerker und Designer aus ganz Deutschland haben am Wochenende die Untere Rathaushalle und den Marktplatz in ein Mekka für außergewöhnliche Unikate verwandelt. Sie präsentierten ihre Werke und Schmuckstücke auf dem Markt „Finden!“. Ein programmatischer Titel, mit Bedacht gewählt. Im Flyer heißt es: „Zwischen Suchen und Finden sind Kunst und Glück daheim.“ Die Organisatoren Frauke Alber, Hans-Hermann Kober, Susanne Vorsprecher und Renate Wilkens sehen den Markt als „Forum des professionellen Kunsthandwerks in Bremen“. Es war die zehnte Auflage von „Finden“.

Der Rundgang jedenfalls lohnt sich. Am Sonntagnachmittag sind viele potenzielle Kunden unterwegs. „Die Leute haben sonntags irgendwie mehr Zeit und sind entspannter“, sagt ein Aussteller. „Das ist durchaus verkaufsfördernd“, fährt er schmunzelnd fort. „Also sind die Sachen sonntags teurer?“ will der Chronist wissen. „Nein, nein. Aber es wird weniger gefeilscht.“

Mag sein. Verkaufsgespräche sind jedoch zu hören. Geldscheine wandern über den Tisch. Quittungen werden ausgestellt. Markttreiben eben. „Die Sehleute überwiegen“, heißt es. So ein Trip an den Ständen und Pagodenzelten entlang hat Unterhaltungswert. Bei der Handspielpuppen-Manufaktur Barleben aus Freiburg entwickelt sich just ein kleines Spiel zwischen Hund und Katze. Tierische Kommunikation eben. Die Klappmaul-Handpuppen werden aus Mohair gefertigt. Der Terrier heißt „Lutz“, eine Ratte „Hein Tüddel“. Und so weiter. Kinetischen Schmuck gibt es bei Michael Berger. Bei 14 anderen „Schmuckkünstlern“ sind edle Stücke ausgestellt. Ungewöhnliche Formen, spannend kreativ. Und wer mag, bekommt auch Geschichten dazu erzählt. Ungewöhnliche Taschen gibt es bei „Olbrish“. Dreieckige zum Beispiel, die irgendwie Assoziationen an ein Bügeleisen wecken. Die Designer Christin Krause und Jacob Schulze aus dem brandenburgischen Sieversdorf-Hohenofen entwerfen unter dem Laben „Muellerschmidt“ unter anderem Rucksäcke, Portemonnaies und Gürtel aus gegerbtem und gefärbtem Leder. Sie sind in diesem Jahr mit der „Greencard“ der Markt-Jury zur Förderung kunsthandwerklichen Nachwuchses ausgestattet.

Keramik und Porzellan wirken auf den ersten Blick nicht wirklich exzentrisch. Doch der Blick aufs Detail zeigt außergewöhnliche Extras. Außergewöhnlich sind auch die mannshohen Stelen und die Wandobjekte des Krefelder Bildhauers Franz-Josef Vanck, die er unter anderem aus irischem Blaustein und Basaltlava herstellt. Die stelenhaften Skulpturen und Reliefs sind von filigranen, schlanken Bronzegussfiguren bevölkert. Diese bewegen sich auf aus dem Stein gehauenen Treppen und in torähnlichen Räumen. Seine Bronzemännchen setzt der Künstler zueinander in Bezug. „So entstehen Geschichten“, sagt er.

Das alles hat seinen Preis. „Hast Du gesehen, was das kostet“, ruft ein Mann seiner Frau zu. Die ist allerdings längst bei der „Bodenkleider“-Manufaktur aus Hannover angekommen. Dort werden Teppiche gefertigt, versteht sich.

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