Gut aussehen und Gutes tun: Mit dem „Deichbüddel“ geht beides

Maritimer Trendsetter

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Sind sichtlich stolz auf das Resultat: die Mitarbeiterinnen Daniela Müller (links) und ihre Kollegin Sandra Koch (rechts) zusammen mit Bewohnerin Cam-Binh Ly, die selbst viele Beutel gefertigt hat.

Bremen - Von Steffen Koller. Die Sonne brennt, das Wasser ruft. Also nichts wie ab an die Weser. Doch wohin mit Badehose, Alster und Co.? Die Innere Mission Bremen hat zusammen mit geistig behinderten Menschen den „Deichbüddel“ entworfen und zeigt damit, dass gut auszusehen und gleichzeitig Gutes zu tun, selten so einfach war.

Es fing mit einer einfachen Idee an. Das Team der Kreativwerkstatt der Inneren Mission Bremen, das sich in ihren Tagesstätten um geistig oder mehrfach behinderte Menschen kümmert, gestaltet täglich verschiedene Alltagsgegenstände, die es später verkauft oder verschenkt. Dabei geht es um Kalender für Altenheime, Seifen, Notizblöcke, Postkarten oder Lesezeichen für befreundete Buchhandlungen. Doch eine Sache fehlte lange Zeit: ein einfacher und gleichzeitig praktischer Beutel für die kleinen Dinge des Lebens. Zwar hatten die gelernten Heilerziehungspflegerinnen Sandra Koch und Daniela Müller mit den Bewohnern der Tagesstätten bereits Beutel aller Art entworfen, doch dann kam die Idee: „Wir brauchen einen ,Deichbüddel‘! Etwas, das zu Bremen passt“, sagt Daniela.

Gesagt, getan. Und so gibt es den maritimen Trendsetter jetzt seit einigen Monaten an drei verschiedenen Orten in Bremen zu kaufen. Anfangs hätten die Bewohner alles von Hand gemacht, heute werden bereits fertige Schablonen übers Internet geordert, berichtet Sandra. Die Resonanz sei einfach so groß, dass man sich diesen Schritt leisten könne. „Mindestens 100 Stück sind schon verkauft“, so die Schätzung der beiden. In fünf verschiedenen Varianten werden die „Deichbüddel“ bislang angeboten. Absoluter Dauerbrenner sei der Beutel mit Anker-Aufdruck, sagt Daniela Müller und meint: „Der geht am besten. Typisch norddeutsch eben, das kommt an.“ Weitere Beutel sind unter anderem mit Peace-Zeichen oder einem Herz versehen.

Den Mitarbeitern geht es aber nicht nur um den Verkauf der Beutel, wie sie verraten. Das Team der Kreativwerkstatt will möglichst zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Arbeit der Tagesstätte solle mehr in den Fokus gerückt werden, meint Müller, die sich wie ihre Kollegen erhofft, dass mehr Menschen „einfach mal einen Blick hineinwerfen und schauen, was wir tun“. Denn der „Deichbüddel“ ist das Resultat vieler Hände und Ideen. „Jeder in der Gruppe hat seine Aufgabe, sei sie auch noch so klein“, so Koch, die damit verdeutlichen will, dass alle aus der Werkstatt einen wichtigen Beitrag leisten.

Den Beutel für alle Annehmlichkeiten des Lebens gibt es zur Zeit an drei Stellen in Bremen: zum einen bei der Tagesstätte der Inneren Mission an der Parkstraße, zum anderen beim Friseur „Seitenscheitel“ an der Gertrudenstraße. Außerdem verkauft das Geschäft „Von machen und tun“ am Ostertorsteinweg den „Deichbüddel.“ Fünf bis sechs Euro kostet der Beutel. „Wir machen keinen Gewinn daran, alles Geld geht an die Bewohner“, sagen Koch und Müller. Ein Gewinn für Bremen ist der „Deichbüddel“ in jedem Fall.

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