Ausstands-Party mit Premieren-Begegnung

Auslagen und Kosten

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Gespräche im Presse-Club – von links gesehen: Heinz Glässgen, Senator a. D. Moritz Thape und der Hörfunkreporter Theo Schlüter. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Ausstand: Der Bremer Künstler Tom Gefken unterhielt sich höchst angeregt mit Senator a. D. Josef Hattig (CDU), der gerade noch rechtzeitig zur Party aus Sao Paulo eingeflogen war. Party? Hörfunkmann Theo Schlüter wechselt das Medium und sendet nun aus dem Ruhestand.

Zuvor aber hatte er noch einmal all jene, die ihn über die Jahre begleitet haben, eingeladen – in den Presse-Club im Schnoor. Von dort hatte Schlüter etliche „Nordwestradio-unterwegs“-Runden übertragen. Und so manchem Entscheidungsträger ein klares Wort abverlangt. Und gern auch mal Gäste eingeladen, die von sich aus für ein klares Wort standen.

Und nun? Nun kam es noch beim Ausstand des Redakteurs und Moderators zu einer Premiere: Der eine war 15 Jahre lang – von 1965 bis 1980 – stellvertretender Rundfunkratsvorsitzender von Radio Bremen, der andere zehn Jahre – von 1999 bis 2009 – Intendant der Anstalt. Auf Schlüters Party lernten sich Moritz Thape (94), Bildungs- und Finanzsenator a. D., und Heinz Glässgen (70), heute Vorsitzender der Historischen Kommission der ARD, erstmals persönlich kennen.

Schlüter (64) hatte am 1. Januar 1979 bei Radio Bremen angefangen und somit „noch unter beiden gedient“. Nun verlässt er den Sender „schweren Herzens, leider nicht in Harmonie, aber immerhin im gegenseitigen Einvernehmen“, wie er sagte.

Demnächst will er auch den Vorsitz des Presse-Clubs abgeben, „weil das jemand machen sollte, der aktiv im Berufsleben steht“. Schlüter verabschiedete sich mit einem Zitat des Salzburger Philosophen und Nationalökonomen Leopold Kohr (der Presse-Club hat in den vergangenen Jahren in Bremen für Kohr und in Salzburg für Bremen geworben): „Wir kommen aus Staub, wir werden zu Staub. Und zwischendurch haben wir eine Menge Auslagen und Kosten. Für den Rationalisten ergibt das überhaupt keinen Sinn. Nur ein Romantiker sieht etwas in dem Regenbogen, der den Anfang mit dem Ende verbindet.“

Was lässt sich da noch anfügen? Nichts. Dennoch soll hier noch etwas gesagt werden – zu Moritz Thape, der einmal mehr ein untrügliches Gespür für Stil bewies. Er erschien mit einer Krawatte, die den Bremer Schlüssel zeigt. Auf Details kommt es an – trotz aller Auslagen und Kosten.

· Lesung: Alice, eine 15-jährige Kaufmannstochter, schließt sich mit ihrem Vater Karl dem ersten Kreuzzug an. Mutig zieht sie nach dem Tod des Vaters allein weiter nach Jerusalem. Und sie wird die Geliebte eines draufgängerischen Ritters. Der Mord an ihrer Mutter verfolgt sie bis in den Orient. Welche Rolle spielt der unnahbare Abt, der im Hintergrund die Fäden spinnt? Klingt dramatisch, und so soll es wohl auch sein. Es handelt sich um eine knappe Zusammenfassung der Handlung eines historischen Romans – eine Gattung, die manche Leser lieben, andere hingegen verschmähen.

Gemeint ist der Roman „Die Pilgerin von Passau“, der in den Jahren 1096 bis 1099 spielt. Maren Bohm, die Autorin des Buchs, und der Schauspieler Christian Bergmann (Bremer Shakespeare-Company) stellen die Geschichte um Alice einmal mehr im Rahmen einer Lesung vor – dieses Mal im „Ambiente“ am Osterdeich 69a. Termin: Mittwoch, 21. Mai, 20 Uhr.

Maren Bohm studierte Germanistik und Theologie in Heidelberg, Berlin und Bremen. Sie hat mehrere Romane veröffentlicht.

Christian Bergmann arbeitet seit 2002 bei der  Shakespeare-Company. Zudem ist er Filmschauspieler und Regisseur.

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