Ausländische Pflegekräfte – das sollten Sie wissen

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Ausländische Pflegekräfte unterstützen Ihre Angehörigen im Haushalt und leisten ihnen Gesellschaft. Braucht der Patient Hilfe beim Einnehmen von Medikamenten, muss die Pflegekraft ausgebildet sein.

Immer mehr Senioren sind nicht mehr in der Lage, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen und brauchen Unterstützung. Oft hilft nur noch eine professionelle Betreuung. Doch die ist teuer und in Deutschland ist entsprechendes Fachpersonal rar. Abhilfe bieten Pflegekräfte aus dem Ausland.

Deutschland befindet sich im Pflegenotstand. Die Menschen werden immer älter, und es fehlt an Personal, sie zu betreuen. Oft geht es nicht anders: Schwere Krankheiten oder ein Vollzeitjob machen es für die Angehörigen unmöglich, ihre Lieben selbst zu pflegen. Deswegen wirbt selbst die Bundesregierung um Pflegekräfte aus dem Ausland. Die Pflegekasse zahlt Pflegegeld allerdings nur, wenn eine Pflegestufe vorliegt.

Haushaltshilfe oder Pflegekraft

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, ausländische Arbeitskräfte in der Pflege zu

beschäftigen: als Haushaltshilfe oder Pflegekraft. Erstere unterstützen die Pflegebedürftigen beim Putzen, Kochen oder Waschen und leisten ihnen Gesellschaft. Braucht der Patient aber auch Hilfe beim An- und Ausziehen oder beim Einnehmen von Medikamenten, darf nur eine ausgebildete Pflegekraft diese Arbeiten übernehmen.

Rechtliche Bedingungen

Seit dem 1. Januar 2014 gilt für alle osteuropäischen EU-Beitrittsländer die sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Demnach dürfen Bürger dieser Staaten ohne Erlaubnis der Arbeitsagentur wie deutsche Arbeitskräfte beschäftigt werden. Pflegekräfte aus den Ländern Bulgarien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, die Slowakei, Tschechien und Ungarn sind für viele Angehörige damit zu einer bezahlbaren Alternative zu deutschen Pflegeheimen geworden.

Für die Angestellten aus dem Ausland gelten die gleichen Bedingungen wie bei deutschen Arbeitskräften : Die gesetzliche Arbeitszeit und Urlaubansprüche müssen eingehalten werden. Seit Beginn dieses Jahres gilt zusätzlich der gesetzliche Mindestlohn auch für entsendete Arbeitnehmer in der Pflege. Bei Fragen hilft die Bundesagentur für Arbeit weiter.

So kommen Sie zu ausländischen Pflegekräften

Beim Entsendemodell stellt eine deutsche Agentur den Kontakt zu einem ausländischen Pflegedienst her. Sie suchen sich dann eine passende Pflegekraft aus, die für einen bestimmten Zeitraum nach Deutschland kommt und für Sie arbeitet. In diesem Fall sind Sie nur Auftraggeber, aber nicht Arbeitgeber der Pflegekraft. Das Arbeitsverhältnis besteht zwischen dem osteuropäischen Unternehmen und dem entsandten Arbeitnehmer. Das bedeutet auch, dass das Unternehmen über Arbeitszeiten, Urlaub und Ausführung der Arbeit entscheidet. Sie haben darauf keinen Einfluss.

Achten Sie darauf, dass die ausländische Pflegekraft einen Nachweis über die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen im Herkunftsland mitbringt. Auskunft darüber gibt die sogenannte Bescheinigung A1. Ohne diese Bestätigung besteht das Risiko, dass Sie als Arbeitgeber gelten und Sozialversicherungsbeiträge abführen müssen.

Sie können auch eine selbstständige ausländische Pflegekraft beschäftigen. Dies ist oft die finanziell günstigste Variante. Doch Vorsicht: Freiberufler ist nur, wer nicht abhängig ist. Sie sollten also vorab prüfen, ob Ihre Pflegekraft noch andere Arbeitgeber hat. Ist sie fünf Tage die Woche bei Ihnen beschäftigt, kann das kaum der Fall sein. Die ausländische Pflegekraft gilt dann als scheinselbstständig. Und das ist in Deutschland nicht erlaubt.

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