Ausgerechnet jetzt: Skulptur erinnert an Kaffee-König Walther Johann Jacobs

Mit der Tasse in der Hand

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Der bronzene Kaufmann am Haken. Rechts wird der Sockel für das Kunstwerk vorbereitet.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Eine Kaffeetasse hält er in der Hand. Natürlich, was auch sonst. Das Jacobs-J ist auf der Tasse zu sehen. Schließlich handelt es sich bei dem Mann mit der Tasse um den Bremer Kaffee-König Walther Johann Jacobs (1907 bis 1998). Seit gestern erinnert in Schwachhausen eine Bronzeskulptur an ihn.

Am Jacobsweg – nicht etwa auf dem Jakobsweg – ist sie zu finden, der in Höhe des Focke-Museums von der Schwachhauser Heerstraße abgeht. Nicht auf der Museumsseite, sondern schräg gegenüber. Auf dem Areal zwischen Schwachhauser Heerstraße und Bürgermeister-Spitta-Allee hatte Jacobs, der aus Borgfeld stammte, vier Jahrzehnte lang in einer Villa gelebt.

Das zwei Hektar große Grundstück ist mittlerweile als „Jacobspark“ mit Wohnhäusern bebaut worden. Der Jacobsweg erinnert an Leben und Werk des früheren Bewohners. Und eben diesen Zweck erfüllt nun auch das Bronzekunstwerk – eine Stele, aus der der freundlich lächelnde Herr mit der Kaffeetasse emporwächst.

Der bronzene Kaffee-König ist eine Arbeit des Bremer Bildhauers Professor Bernd Altenstein. Altenstein gilt – neben Professor Waldemar Otto – als einer der Väter der „Bremer Bildhauerschule“, die sich einer realistischen Darstellungsweise verpflichtet fühlt. 1943 in Ostpreußen geboren, lehrte er mehr als 35 Jahre lang an der Hochschule für Künste. Bei einem Arbeitsaufenthalt in Japan schuf er 1985 steinerne Stadtmusikanten für Osaka.

Altensteins Arbeiten sind im Bremer Stadtbild sehr präsent. Von ihm stammen beispielsweise die bronzene Brunnenplastik „Unser Planet“ auf dem Domshof, die „Waller Gespräche“ am Wartburgplatz in Walle und das Skulpturenensemble „Vier Jahreszeiten“ am Hollersee im Bürgerpark.

Drei Mitarbeiter der Stein- und Bildhauerei Werth haben Altensteins Jacobs-Stele gestern in Schwachhausen auf einen Granitsockel gestellt (und dort verankert). Angeliefert wurde der Kaffee-Kaufmann auf einem Transporter – vorsichtig in schonende Decken gehüllt.

Ein Kran hob und trug die etwa 300 Kilogramm schwere Stele. Unterhalb des Kaffee-Königs sind Rennpferde darauf zu sehen. Galoppsport und Vollblutzucht gehörten zu den Leidenschaften des Kaufmanns. 1958 hatte er den „Fährhof“ in Sottrum erworben. Jacobs, in den 60er Jahren Präses der Handelskammer, gehört zu jenen, die Bremens Ruf als Standort der Lebensmittelindustrie und -marken gefestigt haben.

Längst haben internationale Konzerne dort das Sagen, wo vor Jahrzehnten bremische Kaufleute wie Jacobs (und auch noch deren Nachfolger) regierten. Es gibt keine Kaffee-Könige mehr.

In Bremen wird Walther Johann Jacobs ein Denkmal gebaut. Die vielzitierte Ironie der Geschichte will es, dass zeitgleich bei Mondelez über Stellenstreichungen gesprochen wird. Die Spuren des Lebenswerks, an das die Jacobs-Stele ja erinnern soll, sie verschwinden mehr und mehr aus der Stadt.

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