„Olympic Town“ in der Pauliner Marsch bietet Sportlern und Besuchern jede Menge Abwechslung

Ausgelassenheit und Rücksichtnahme

Die Stimmung bei den „Special Olympics“ ist bestens – so auch vor der Bühne in der „Olympic Town“.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke· „Eine Birne! Das ist eine Birne!“ ruft Lena begeistert. Und als die Jugendliche auch noch die Spiralnudel und die versteckte Erdnuss ertastet, bekommt sie zur Belohnung ein Tütchen Gummibären. Glücklich strahlend rauscht das Mädchen ab.

Dabei hätte Lena in einem der Zelte in der „Olympic Town“ in der Pauliner Marsch sicherlich auch das Memoryspiel und das Saft-Raten geschafft. Oder vielleicht das Ringewerfen? Selina will gestern Nachmittag eigentlich schon aufhören, diese blöden Ringe wollen einfach nicht an die vorgesehene Stelle. Aber tapfer versucht sie es nochmal. Und: zwei Treffer! Das hebt Selinas Stimmung enorm.

Apropos Stimmung: Die „Special Olympics“, die Spiele für geistig Behinderte, begeistern Besucher wie Teilnehmer mit Ausgelassenheit, Lebensfreude, Nächstenliebe, Freundlichkeit und Rücksichtnahme. Es herrscht Trubel in der „Olympic Town“, aber Schubsen oder Drängeln gibt es nicht. Überall wird gewartet, bis man an der Reihe ist – so ganz ohne langes Gesicht.

Auf der großen Bühne, wo immer irgendetwas los ist, spielt unterdessen die Lebenshilfe Bremerhaven. Applaus brandet auf, denn die Akteure machen ihre Sache wirklich gut. Ein Stückchen weiter gibt es – extra für die ersten Spiele in Bremen – gegen eine Spende Stadtmusikanten. Gebaut wurden die Holzfiguren, die bei dieser Version hintereinander statt übereinander stehen, vom Kinderferienhaus Schapbach. Etwa 100 Stadtmusikanten wurden gebastelt, eine ganze Menge ist schon weg.

Eine Fahrradtour mit seinem behinderten Kind, das vielleicht sogar auf den Rollstuhl angewiesen ist? Kein Problem, dafür hat Thomas Uhe von „Thera Mobile“ die richtige Lösung. Der Stuhrer, der heute in Borgfeld lebt, hat mit der Zeit 300 bis 400 Therapie-Räder erworben, und zwar gebraucht. Da ist zum Beispiel das Rollstuhl-Fahrrad: vorn Rollstuhl, hinten Fahrrad. Rolli-Fahrer, die allein Radfahren können, haben die Wahl zwischen „Hand-Bike“ und Renn-Rollstuhl (die Gefährte werden mit den Händen statt mit den Füßen betrieben). Der Renner, sagt Uhe, der eine Auswahl bei den „Special Olympics“ präsentiert, ist das Eltern-Kind-Tandem: Vorn sitzt das Kind, hinten der Erwachsene. Spannend auch das Paralleltandem mit bequemen Sitzschalen und zuschaltbarem Motor.

Die Bremer Sommerspiele kosten den Angaben zufolge etwa 1,3 Millionen Euro und werden von mehr als 60 Spendern und Sponsoren unterstützt. Etwa 2 300 Freiwillige stehen den 4 500 Aktiven zur Seite.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Spuck- und Beißattacken: Familienstreit in Bremen eskaliert

Spuck- und Beißattacken: Familienstreit in Bremen eskaliert

Spuck- und Beißattacken: Familienstreit in Bremen eskaliert
FFP2-Maskenpflicht in Bremen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt

FFP2-Maskenpflicht in Bremen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt

FFP2-Maskenpflicht in Bremen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt
Abba-Ohrwurm-Komödie auf dem Bremer Theaterschiff

Abba-Ohrwurm-Komödie auf dem Bremer Theaterschiff

Abba-Ohrwurm-Komödie auf dem Bremer Theaterschiff
Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Kommentare