Ausschuss zum Frühchen-Tod: Klinik-Geschäftsführer verteidigen Zentralisierung

„Aus qualitativer Sicht richtig“

Daniela Wendorff, Pflege-Geschäftsführerin im Klinikum Mitte, sagte gestern im Untersuchungsausschuss aus. Unser Bild stammt von einer Pressekonferenz im November. ·
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Daniela Wendorff, Pflege-Geschäftsführerin im Klinikum Mitte, sagte gestern im Untersuchungsausschuss aus. Unser Bild stammt von einer Pressekonferenz im November. ·

Bremen - Im Untersuchungsausschuss zum Tod mehrerer Frühchen in Bremen haben die Geschäftsführer der betroffenen Klinik die Bildung von spezialisierten Zentren verteidigt.

Die Konzentration der Betreuung von Frühgeborenen im Klinikum Mitte sei aus wirtschaftlicher und qualitativer Sicht richtig, sagte der Kaufmännische Geschäftsführer der Klinik, Robert Pfeiffer, gestern als Zeuge im Ausschuss. Die Klinik erhöhte dazu die Zahl der Betten auf der Frühchenstation von zwölf auf 16. Im vergangenen Jahr wurden dort dann mehrere Babys mit Klebsiella-Bakterien infiziert, drei starben daran.

Nach dem Keimausbruch und der vorübergehenden Schließung der neonatologischen Intensivstation war von der Politik die Frage aufgeworfen worden, ob die Konzentration der Betreuung von Frühgeborenen auf eine Klinik richtig war.

Auch die für Pflege verantwortliche Geschäftsführerin, Daniela Wendorff, plädierte für spezialisierte Zentren. Kleine Krankenhäuser hätten inzwischen große Probleme, Fachexperten zu gewinnen. Nach Ansicht Pfeiffers muss zwischen den Vorteilen einer Konzentration bestimmter Leistungen auf wenige Standorte und längeren Fahrtzeiten für Patienten und Eltern abgewogen werden. „Ich halte den Qualitätsaspekt für durchschlagend.“ Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses befragten beide Geschäftsführer auch nach konkreten Abläufen im Zusammenhang mit dem tödlichen Keimausbruch. Auf viele Fragen verweigerten Pfeiffer und Wendorff die Antwort. Von diesem Recht können Zeugen Gebrauch machen, wenn sie befürchten müssen, dass sie sich belasten. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Todesfälle.

Bei den Fragen ging es immer wieder darum, ob ausreichend Personal auf der Intensivstation vorhanden war. Björn Fecker (Grüne) zitierte aus E-Mails an die Klinik-Leitung, in denen Ärzte auf Mängel hingewiesen hatten. Dazu äußerten sich die Zeugen nicht.

Pfeiffer verwies aber auf Änderungen im Hygienemanagement nach dem Keim ausbruch. „Wir haben Grund gehabt, Dinge zu verbessern.“ Es habe Probleme gegeben. „Es gibt da einiges zu beheben und es gibt auch alle Gründe für uns, in dieser Frage ein Stück Demut zu üben.“ Für heute, Freitag, sind zwei Bremer Staatsanwälte als Zeugen geladen. · lni

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