150. Geburtstag von Friedrich Ebert

Aus der Bremer Neustadt ins Präsidentenamt

Dynamisch für die Demokratie: Friedrich Ebert auf der neuen Briefmarke der Deutschen Post.
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Dynamisch für die Demokratie: Friedrich Ebert auf der neuen Briefmarke der Deutschen Post.

Bremen – Eine neue Briefmarke erinnert an Friedrich Ebert, den Kneipenwirt aus der Bremer Neustadt. Nun gut, nicht diese Funktion des Sozialdemokraten ist gemeint, sondern seine spätere – als Reichspräsident. Anlass: Ebert wurde am 4. Februar 1871 in Heidelberg geboren, folglich wird der 150. Geburtstag des ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewürdigt, der 1925 in Berlin gestorben ist.

Die 95-Cent-Marke ist am Donnerstag erschienen – just am 4. Februar also. Gedacht ist die für Kompaktbriefe. Darunter versteht die Deutsche Post, die in solchen Dingen sehr genau ist, Briefe von folgendem Format: Länge bis 23,5 Zentimeter, Breite bis 12,5 Zentimeter, bei der Höhe ist ein Zentimeter gestattet. Gewicht: bis 50 Gramm.

Die von Matthias Wittig (Berlin) gestaltete und in Haarlem (Niederlande) gedruckte Briefmarke zeigt einen dynamisch voranschreitenden Ebert. Hinzu kommt ein Zitat des Politikers, das an Gültigkeit nichts eingebüßt hat: „Demokratie braucht Demokraten.“

In Bremen heiratet Ebert eine Frau aus Weyhe

Ebert war das erste demokratisch legitimierte Staatsoberhaupt in der deutschen Geschichte. Als siebtes Kind des Schneidermeisters Karl Ebert und seiner Ehefrau Katharina Ebert geboren, begann er 1885 – nach Abschluss der Volksschule – eine Sattlerlehre. Sein Patenonkel führte ihn in die Sozialdemokratie ein. Als Sattlergeselle ging Ebert auf Wanderschaft. Und er engagierte sich in der Gewerkschaftsbewegung.

Die Wanderschaft, sie führte ihn an die Weser, nach Bremen. 1891 war das – und es war das Ende der Wanderschaft. 14 Jahre lang sollte Ebert in Bremen bleiben. 1894 heiratete er hier Louise Rump (1873 bis 1955), die ebenfalls politisch engagierte Tochter eines Arbeiters und einer Waschfrau aus Melchiorshausen (Weyhe), die als Etikettenkleberin bei einer Teefirma arbeitete.

Bremer Arbeit macht Ebert weithin bekannt

Die politische Arbeit in Bremen machte Ebert überregional bekannt – auch die Leitung des SPD-Parteitags 1904 in Bremen trug dazu bei. 1905 wurde er Mitglied des zentralen Parteivorstandes der SPD, 1912 wurde er in den Reichstag gewählt; 1913 folgte der SPD-Vorsitz.

In der Bremer Neustadt ist heute eine Straße nach Ebert benannt – und das natürlich nicht ohne Grund. Sie ist nicht allzu weit entfernt von der Stelle, an der Eberts Kneipe zu finden war. „Zur Guten Hilfe“, so hieß das Lokal, das Ebert gemeinsam mit seiner Frau betrieb. Es lag an der Ecke von Braut- und Westerstraße.

Gedacht war die Kneipe (auch) als Treffpunkt der Arbeiter, Gewerkschafter, Sozialdemokraten. Ebert war ein politischer Gastwirt. In einer Zeitungsannonce warb er ausdrücklich für den Saal „zur Abhaltung von Versammlungen“ in seinem Lokal. Arbeitern wurde in der „Guten Hilfe“ kostenlos rechtliche und soziale Beratung angeboten. In Berlin war Ebert seine Bremer Zeit als Wirt dann immer ein bisschen peinlich. Er befürchtete, politischen Gegnern mit einer Vergangenheit als Kneipenwirt eine Angriffsfläche zu bieten. Die Häuserzeile mit Eberts früherem Lokal ist im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.

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