Borgward-Freunde initiieren Klassikertreffen

Aus Bremen um die ganze Welt

Monica Borgward sitzt in einem Hansa 1700.
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Perfekte Pose: Monica Borgward, Tochter des Automobilunternehmers Carl F.W. Borgward, sitzt in einem Hansa 1700. Ihre Mutter wurde 1936 in einem solchen Auto in ebenjener Pose fotografiert.

Borgward-Freunde aus aller Welt sind am Sonnabend zur Wotldtour 2021 gestartet. Und zwar coronakonform, jeder in seinem Wagen. Die Zusammenkunft erfolgt virtuell.

Bremen – Die Oldtimer-Freunde des Vereins Borgward-Club mit Sitz in Bremen (so nennt sich der Borgward-Club jetzt, um Internationalität zu zeigen) haben sich eine Ausfahrt zum Saisonauftakt nicht nehmen lassen. Am Sonnabend sind weltweit Borgward-Freunde der Einladung gefolgt, im Rahmen der Borgward-Worldtour 2021 gemeinsam auf Tour zu gehen, jeder coronakonform im eigenen Wagen.

Dabei helfen Mitarbeiter der Werbefirma Riepe-Projektagentur in Schwachhausen. Diese sind in einem Non-Profit-Projekt der Agentur namens PS-Perlen tätig und sorgen für die Kommunikation weltweit über Facebook, Instagram und per Mail. Der Borgward-Club hat noch viele Kontakte, seit er 2016 zusammen mit anderen Borgward-Fangruppen aus Deutschland zum 125. Geburtstag des legendären Autobauers und Firmengründers Carl F.W. Borgward ein Welttreffen mit mehr als 450 Fahrzeugen aus 16 Nationen organisiert hat.

Mit Schiebedach: Uwe Grote präsentiert eine Isabella aus dem Bestand der Bremer Polizei.

Eingeladen sind Fahrer von Autos der Marken Hansa, Lloyd und Goliath, die ebenfalls von Borgward entwickelt wurden. Monica Borgward, Tochter des Automobilunternehmers, kommt als Beifahrerin in einem alten Hansa 1700 von 1936 zur Ausfahrt. Vor dem Bremer Start setzt sie sich hinter das Steuer, um sich fotografieren zu lassen. Sie lächelt, schlägt die Beine übereinander. Es geht darum, ein Foto aus dem Jahr 1936 nachzustellen. Damals wurde ihre Mutter Elisabeth in einem Auto dieses Typs werbewirksam fotografiert.

Die Pose von 1936

Monica Borgward sagt, sie freue sich, dass ganz viele Menschen an ihren Vater und an Bremen denken. Monica Borgward hat den Startpunkt am Rhododendronpark in Horn ausgesucht. Hier in der Nähe hat sie von 1954 bis 2000 gewohnt.

Mit auf Tour ist auch ein Borgward aus dem Bestand der Bremer Polizei. Gefahren werde er von handverlesenen Kollegen zum Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit und zu Pensionierungen und Hochzeiten, sagt Uwe Grote, ehemals bei der Schutzpolizei, in historischer Uniform dabei. Die Polizei-Isabella wurde 1961 gebaut und werde in diesem Monat 60. Der Wagen wurde so hergerichtet, wie Polizeiautos damals waren. Mit einer Ausnahme: Der Wagen hat ein Schiebedach.

„Das Design ist einmalig“

Die Vorsitzende des in Bremen ansässigen Borgward-Clubs, Marion Kayser (47), fährt eine Isabella Coupé, Baujahr 1961. „Das ganze Design ist einmalig“, sagt sie. Sie schätzt, dass es von diesem Typ noch weltweit 2  500 Fahrzeuge gibt. Mehr als 1 000 Autos von Borgward sowie Hansa, Goliath und Lloyd seien im Borgward-Register in Deutschland registriert.

Kayser ist schon zehn Jahre beim Borgward-Club dabei, seit fünf Jahren als Vorsitzende. Sie hat unter anderem die alljährliche Ausfahrt „Frau am Steuer“ eingeführt, bei der nur Frauen am Steuer sitzen. Männer sind lediglich als Beifahrer zugelassen. Mehr Frauen hinterm Steuer der Oldtimer und in der Oldtimer-Szene wünscht sich auch Monica Borgward.

Dieter Bohlmann (80), zweiter Vorsitzender des Borgward-Clubs, ist mit einer Arabella von 1961 zum Treffpunkt gekurvt. Seine Arabella ist eine der letzten, die produziert wurden. Seit elf Jahren besitzt er das Vehikel. Er hat es von einem Freund bekommen. Ursprünglich sei es von einem Bremer gekauft worden und dann in Süddeutschland gelandet, wo es jahrelang in einem Keller gestanden habe. Selber zu schrauben gehört bei dem Oldtimer-Hobby dazu, sagt Bohlmann. Mit sechs Litern auf 100 Kilometern sei sein Oldtimer sparsam.

Kurz vor dem Start: die Bremer Borgward-Kolonne am Rhododendronpark.

Die kleine Borgward-Kolonne mit der Polizei-Isabella vorne weg und dem Hansa 1700 mit Monica Borgward an Bord dahinter fährt los und macht dann Halt beim Focke-Museum, fährt weiter Richtung Innenstadt und dann zum Osterdeich vorbei an einer geheimen Borgward-Villa, wo die Familie mal gelebt hat, sagt Frank Riepe, Geschäftsführer bei der Riepe Projektagentur. Dann trennen sie sich. Kayser und ihr Mann fahren noch weiter durch die Stadt und treffen auf andere Borgwards auf Tour, wie sie später erzählt.

Online haben sich unter anderem Teilnehmer aus Argentinien, Österreich und den USA angemeldet. In New-Ulm (Minnesota) will ein Teilnehmer mit einem Isabella Coupé eine Tour zum dortigen Hermannsdenkmal machen. Bereits am Sonntagmittag sind bei PS-Perlen 50 Videos eingegangen. Es können bis zum 6. Mai Videos eingereicht werden, sagt Kayser.

Details unter

www.borgward-club-bremen.de

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