Mit den Augen einer Kuh

Großmarkt und „Bio-Marktplatz“ locken 50.000 Menschen in die Überseestadt

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Stöbern im prallen Sonnenschein: Viele Menschen interessierten sich beim „Tag der offenen Tür“ des Großmarktes in der Überseestadt für Pflanzen. Insgesamt lockte die Veranstaltung am Sonntag mit „Bio-Marktplatz“ rund 50 000 Besucher an.

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Frische ohne Grenzen“, ein einladendes Motto. Überall war es voll. Wer Frische suchte, musste am Sonntag aus der prallen Sonne in die Hallen des Großmarkts fliehen. Dieser hatte in der Überseestadt zum „Tag der offenen Tür“ geladen.

Rund 50.000 Besucher waren dabei, schätzte Marktmeister Thomas Ledwig. „Wir haben das Motto gewählt, weil gerade darüber gesprochen wird, die Grenzen wieder zuzumachen“, sagt Ledwig. Auch der „Bio-Marktplatz“, der zweite seiner Art, von „Bio-Stadt Bremen“ ist Teil der Veranstaltung. Hier steht auch das Q-Mobil. Drinnen ist es wie der Rumpf einer Kuh geformt. Vorne befinden sich zwei Gucklöcher, die den weiten Blickwinkel einer Kuh zeigen. Die Bilder kommen von zwei Kameras an der Vorderseite des Mobils.

Kühe stehen lieber auf Stroh als auf modernen Matratzen

Schon der Fußboden lehrt etwas über das Leben von Kühen im Stall. Am Eingang: Spaltenboden mit Lücken, durch die normal die Gülle abläuft. Danach eine Kuhmatratze, etwas weicher. So ist der Standard in manchen Ställen. Absolventen des Q-Diploms, das man im Q-Mobil zum Thema „Kühe“ machen kann, wissen aber, dass Kühe viel lieber auf Stroh leben. „Auf den Matratzen schwitzen sie. Das ist für sie unangenehm“, sagt Angela Wilhelms vom Betreiberverein „Stadt Land Ökologie“. Lücken im Boden seien schlecht für die Gelenke. „Ein weiterer Vorteil ist: Stroh bindet Ammoniak“, sagt Wilhelms. Darum riecht es weniger. Die Mischung aus Gülle und Stroh sei auch idealer Dünger.“ In Bio-Ställen werden Kühe auf Stroh gehalten. Die entsprechenden Produkte erkennt man an den Verbands-Bio-Siegeln wie etwa Bioland.

Stolz zeigt Gerhard Hagels einen Schwan, den er gerade aus einem Apfel geschnitzt hat.

In der Obst- und Gemüsehalle des Großmarktes hat sich an einem Stand eine Menschentraube gebildet. Die Blicke sind auf die Hände von Gerhard Hagels gerichtet. Er nennt sich „Der unglaubliche Fruchtschnitzer“. Wo er seine Messer anlegt, werden Früchte zu kleinen Skulpturen. Gerade macht er ein paar letzte Stiche. Eine Honigmelone ist zu einem gelben Blatt geworden. Eine Besucherin hat eine Bitte: „Zeigen Sie doch mal, wie ein Apfel zu einem Schwan geschnitten wird.“ Das passiert umgehend. Hagels zerlegt den Apfel in Achtel. Danach schneidet er noch ein paar kleinere Stücke. Daraus macht er die Schwanzfeder und die Flügel, die auf einer angeriffelten Apfelscheibe befestigt. Aus einer Scheibe schneidet er den nach unten geneigten Kopf aus. Der Schwan in handlicher Größe ist nach wenigen Minuten fertig. „Ich habe das bei Youtube gelernt. Man kann den Film anhalten und in Ruhe schneiden“, so der erfahrene Koch Hagels.

Draußen und auch drinnen kommen Pflanzenfreunde auf ihre Kosten. Holger Kolonko ist sonst Kunde auf dem Großmarkt. Er produziert unter anderem Geranien und kauft hier bestimmte Pflanzensorten ein. Besonders Rot und Weiß würden gerne genommen. Stolz zeigt er auch rosafarbene Geranien mit hellem Rand. „Geranien sind keine ,Oma-Blumen‘. Auch junge Leute kaufen sie häufig“, sagt Kolonko. „Normal ist hier morgens um 9.30 Uhr alles vorbei. Nachts um 3 Uhr öffnen die ersten Großhändler. Die bauen um 2 Uhr auf“, sagt er. „Ich komme drei- bis viermal die Woche so gegen 4 Uhr hier her.“

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