Werksleitung und Betriebsrat verständigen sich auf Schließung der Radsatzwerkstatt des Bremer Instandhaltungswerks

Auftragsboom lässt Hoffnung keimen

Im Bremer Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn werden Motorblöcke verschiedener Diesellokomotiven zu den Wartungsstationen gefahren. Am Status des Bremer Werks als Kompetenzzentrum für die Aufarbeitung von Dieselmotoren ändert sich auch nach dem Beschluss zur Schließung der Radsatzwerkstatt nichts.Archivfoto: dpa

Bremen - Von Ralf SussekBREMEN · Die Radsatzwerkstatt im Bremer Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn (DB) wird innerhalb der nächsten zwölf Monate geschlossen. Darauf haben sich die Geschäftsführung der DB Fahrzeuginstandhaltung, die Werksleitung und die Arbeitnehmervertretung des Instandhaltungswerks Bremen verständigt.

Die Entscheidung ist Teil eines Kompromisses der Beteiligten. Danach stimmen sie darin überein, dass für die „betroffenen Mitarbeiter (...) sozialverträgliche Alternativen entwickelt“ werden, wie es in der Mitteilung vom Donnerstag heißt. Vorrangig würden in anderen Produktions- und Fertigungsabteilungen des Werkes Arbeitsplätze angeboten.

„Im Ergebnis bedeutet dies, dass die befürchteten rund 160 Entlassungen am Standort Bremen verhindert werden“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der DB-Fahrzeuginstandhaltung, Peter Nowack, im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Kern ging es noch um 95 Arbeitsplätze in der Radsatzwerkstatt, die restlichen 65 in der Sekundärfertigung standen durch vermehrte Aufträge seit Anfang des Jahres gar nicht mehr zur Diskussion.

Um die Folgen der Schließung abzufedern, sollen an das Werk Bremen für eine Übergangszeit zusätzliche Fertigungsaufträge erteilt werden. „Welche das sind, wissen wir selbst noch nicht“, so Nowack. Außerdem werden Arbeitsplätze in Werken der DB-Fahrzeuginstandhaltung angeboten, die im „erweiterten Einzugsgebiet“ der Hansestadt liegen, so die Vereinbarung. Damit sind die Betriebe in Neumünster (Schleswig-Holstein) und Paderborn (Nordrhein-Westfalen) gemeint. Nowack hofft jedoch, dass aufgrund der Auslastung der Bremer Werks und wegen des Ausnutzens der Fluktuation in den nächsten Monaten und Jahren kaum Arbeitnehmer werden wechseln müssen: „Das werden die wenigsten sein.“

Den Angaben zufolge wird sich nichts am Status des Bremer Werks als Kompetenzzentrum für die Aufarbeitung von Dieselmotoren ändern. „Unsere Anstrengungen für einen tragfähigen Kompromiss und die Forderung nach sozialer Verantwortung haben sich für die Kolleginnen und Kollegen gelohnt“, erklärte Alfred Alfke, Betriebsratsvorsitzender des Werks Bremen. „Die jetzt getroffene Vereinbarung wird den Interessen beider Seiten gerecht. Damit wird auch deutlich, dass bei Strukturänderungen kein Arbeitnehmer um seinen Arbeitsplatz bei der Bahn fürchten muss“, sagte Dr. Johannes Keil, Sprecher der Geschäftsführung der DB Fahrzeuginstandhaltung.

Beide Seiten haben überdies vereinbart, dass für das Werk Bremen die Auftragsplanung der nächsten drei bis fünf Jahre aktualisiert wird. In den Auftragsbüchern sieht es derzeit so gut aus wie lange nicht mehr. Nowack: „Nach unserer eigenen Planung sind wir für zwei Jahre voll ausgelastet.“

Nun müsse man die getroffene Vereinbarung „mit Leben füllen“, erklärte Nowack. Bei den Mitarbeitern ist die Regelung jedenfalls gut angekommen. „Wir hatten eine tolle Betriebsversammlung. Die Kollegen sind durch die Bank zufrieden“, sagte Nowack.

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