Wimmelbuch-Bilder in der Stadtbibliothek

Aufregung im Wuselgarten

Illustrator Andreas Röckener zeigt Grundschülern Bilder aus seinem neuen Wimmelbuch in der Stadtbibliothek. - Foto: Reineking

Bremen -  Ob im Gagapark, im Südseeparadies oder auf dem Mecker-Mars: Überall kreucht und fleucht es, herrscht ein heilloses Durcheinander von fröhlichen Buchstaben, phantasievollen Tieren und geheimnisvollen Orten. Geschaffen hat dieses kunterbunte Treiben der Bilderbuch-Illustrator Andreas Röckener. In der Kinderbibliothek der Bremer Stadtbibliothek (Am Wall 201) präsentiert der Bilderbuch-Illustrator bis zum 13. Mai 30 Bilder aus seinem neuesten Buch „Such mich hier – such mich dort“.

„Ich male gerne komische Figuren, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt“, sagt der 1956 geborene Künstler, „sehr gerne mit Aquarellfarben und Buntstiften, da bin ich ein bisschen retro.“ Besucher der Wimmelbuch-Ausstellung in der Kinderbibliothek (drittes Obergeschoss) und kleine wie große Betrachter seines Buches müssen schon ganz genau hinschauen. Eiswaffeln vollführen einen Handstand, Pinguine spielen in einer Rockband und Monster Protzrotz liebt bunte Popel – auf jedem Bild, auf jeder Seite gibt es allerhand zu suchen und zu entdecken. „Es fordert schon etwas“, gibt Röckener zu, aber seine Bilder sollen Kinder eben auch einladen, Szenen und Zusammenhänge zu erkennen, ihre Phantasie anregen. Kurze Fragen im Buch helfen dabei.

„Es gibt so viel zu sehen“, staunten gestern zum Ausstellungsstart 21 Viertklässler der Grundschule am Baumschulenweg um Klassenlehrerin Andrea Wübbenhorst über die Werke von Röckener, der nach einer Tischlerlehre an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg studierte. Als freischaffender Illustrator und Autor zeichnet er unter anderen das Maskottchen der Stadtbibliothek, den Raben „Kessi“.

Rund eineinhalb Jahre hat Röckener an seinem neuen Buch gearbeitet. Wie kommt ein Künstler auf eine Südseeinsel samt Milchtankstelle? Auf einen Schwindel-Saturn, auf dem alles auf dem Kopf steht? Und auf Milchbrötchenboote und eine Wurstbus-Haltstelle im Schlaraffenland? „Vielleicht bin ich ein kleines bisschen Kind geblieben“, mutmaßt Röckener. „Wenn Kinder Quatsch machen, ist das eine Fundgrube für mich, ich liebe die Leichtigkeit ihrer Phantasie“, so der Illustrator. Wimmelbücher seien sprachfördernd, und diese Ausstellung ist eine etwas andere Form, wie Kinder sich mit Büchern auseinandersetzen können“, sagt Anika Schmidt, die die Leseförderung bei der Stadtbibliothek koordiniert.

Die neunjährigen Schülerinnen Jette und Aliyah jedenfalls sind schon einmal begeistert von den Wimmelbildern. Einfach einen Baum zu malen, das sei ja langweilig. Aber sich so einen Wunderbaum auszudenken, „das ist toll“, findet Jette. „Man muss sich ja immer genau überlegen, wo man was im Bild versteckt.“ Und die eigene Phantasie, die würden die Bilder auch anregen, ist sich Aliyah sicher. Röckener ist nicht nur in Bremen, um mit den Kindern über seine Bilder zu sprechen: Ihre eigene Phantasie ist in Schreibworkshops gefragt, wenn „Bremer Bilder Geschichten suchen“.

„Such mich hier – such mich dort“ ist im Moritz-Verlag erschienen und für Kinder ab fünf Jahren geeignet. Für 13 Euro ist es im Fachhandel erhältlich. - vr

www.stabi-hb.de

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