Bundesweit einzigartig

Aufbau in zwei Wochen: Grundsteinlegung für erstes Holz-Hybrid-Haus

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Der Sockel steht, in nur zwei Wochen soll das Richtfest gefeiert werden: die Baustelle des „Handwerkerhaus“ in der Überseestadt. Das Gebäude wird aus Holz und Beton gebaut, nach Angaben der Bremer Zech-Gruppe ist es das erste Objekt dieser Art in Deutschland.

Bremen - „Nachhaltig, CO2-neutral und schnell. Das ist es, was wir in unserer wachsenden Stadt Bremen brauchen“, sagt Bau-Staatsrat Ronny Meyer zur Grundsteinlegung des „Handwerkerhaus“ an der Konsul-Smidt-Straße in der Überseestadt. Es sei Deutschlands erstes großes Objekt in Holz-Hybrid-Bauweise, aufgebaut aus Modulen, heißt es.

Bereits in zwei Wochen steht das Richtfest an. Ein rekordverdächtiges Tempo. Meyer sagt: „Ich dachte, so groß kann das Haus nicht sein. Nun sehe ich, es ist ein großes Gebäude.“ 4000 Quadratmeter Fläche wird es zu bieten haben. Während der Zeremonie am Dienstagnachmittag wird das erste Modul auf dem Betonsockel befestigt, ein langes Stück Außenwand mit vielen Fenstern.

Die neuen Gebäude aus Holz und Beton werden von der Zech-Group-Tochter Cree Deutschland, an der das Bremer Baunternehmen die Hälfte der Anteile hält, gebaut. Entwickelt wurden sie in Österreich von der Firma Cree by Rhomberg, einer Tochter der Rhomberg-Gruppe. Die Zentrale von Cree Deutschland soll neben den weiteren operativen Gesellschaften der Zech-Gruppe in das viergeschossige „Handwerkerhaus“ einziehen, wenn es Anfang 2020 bezugsfertig ist.

Olaf Demuth, Geschäftsführer von Zech, erklärt, wie das enorme Tempo bei diesem Haus und weiteren Holz-Hybrid-Häusern zu schaffen ist: „Für jedes Haus gibt es einen eigenen digitalen Zwilling. Das Modell löst auch die Bestellungen aus.“ Die Elemente kommen vorgefertigt in der Reihenfolge, in der sie gebraucht werden. Auch erleichtert der Zwilling die Planung.

Wände aus Vechta, Decken aus Oldenburg

Die hölzernen Wandelemente mit Fenstern kommen aus Vechta, Betondecken aus dem Fertigteilwerk BBE von Zech in Oldenburg. Auf jedem Bauteil steht, wo es hinsoll. Die Wandelemente werden in den nächsten Tagen im Zehn-Minuten-Takt aufgestellt. Demuth stellt eine hohe Aufenthaltsqualität in dem entstehenden Gebäude in Aussicht. „Holz erzeugt ein Wohlfühlklima“, sagt er. Verglichen mit der traditionellen Bauweise würden auch 80 Prozent CO2 eingespart. „Wir sparen 50 Prozent Gewicht. Wir brauchen so auch weniger aufwendige Gründungsmaßnahmen“, sagt Demuth.

Oberbauleiter Sebastian Hauptreif (44) sieht im Einsatz von Holz eine spannende Herausforderung. „Der Unterschied zum Bauen mit Beton ist, dass man mit Holz viel größere Bauteile vorfertigen kann, weil der Baustoff leichter ist“, sagt der Bauingenieur.

Investitionsvolumen nicht bekannt gegeben

Das Investitionsvolumen bleibt geheim. Weit größere Bauprojekte, etwa die neue Vattenfall-Zentrale in Berlin oder der Siemens-Campus in Erlangen, lägen bei 100 Millionen Euro, sagt Zech-Sprecer Holger Römer. Beide Projekte sind aber um ein Mehrfaches größer. Billiger sei die neue Hybrid-Bauweise zur Zeit noch nicht. Das solle sich aber zukünftig ändern, sagt Römer. Sie habe aber klar einen Zeitvorteil.

Natürlich gibt es auch eine feierliche Zeremonie: Wolfrath Voigt, Geschäftsführer der Gustav-Zech-Stiftung, Staatsrat Ronny Meyer und Olaf Demuth legen eine geschlossene Metallröhre mit Unterlagen in eine Wandöffnung. Maurer René Bungalski mauert die Röhre ein.

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