Aufatmen nach dem Großeinsatz

Nach Brand im Altenheim in Huchting: Bewohner kehren in Wohnungen zurück

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Verkohlte Teile des Daches liegen vor dem  Altenheim der Heimstiftung in Huchting. 

Bremen - Aufatmen und große Erleichterung bei der Bremer Heimstiftung am Tag nach dem Großbrand im Stadtteilhaus in Huchting. Das Dach des Heimes ist zwar bei dem Feuer am Dienstagnachmittag auf einer Länge von 200 Metern völlig vernichtet worden, aber niemand der mehr als 120 Bewohner und Mitarbeiter ist schwer verletzt worden. Noch am Dienstagabend durften 20 Wohnungen in einem nicht direkt vom Feuer betroffenen Gebäudetrakt zur Tegeler Plate hin wieder bezogen werden.

In den nächsten Tagen können weitere Bewohner ins Heim zurückkehren, sagte am Mittwoch André Vater, Vorstandschef der Bremer Heimstiftung. Er ist sichtlich erleichtert, dass alles glimpflich ausgegangen ist, auch wenn sich die Einrichtung auf einen hohen Sachschaden einstellen muss. Am Mittwoch waren Kriminalpolizei und Gutachter im Gebäude – Spurensuche. Bislang stehen weder Ursache noch Schadenshöhe fest. Die Feuerwehr sprach zwar von einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich, aber Vater zeigte sich vorsichtig. „Seriöse Aussagen dazu lassen sich erst nach der Arbeit der Gutachter machen“, sagte er.

Ebenso wie Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) dankte Vater den vielen Einsatzkräften und Helfern, die für eine reibungslose und schnelle Evakuierung der mehr als 100 Bewohner – der Großteil nicht selbst mobil – gesorgt hatten. Mäurer: „Das war ein Einsatz wie aus einem Guss.“ Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Rettungsdienst waren mit gut 200 Kräften vor Ort. Hinzu kamen mehr als 70 Polizisten, darunter Beamte aus Delmenhorst und Weyhe. Auch die Polizei half bei der Evakuierung, was eigentlich aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen ist. Für die Feuerwehr war es angesichts des starken Qualms ein kniffliger Einsatz. Mehr als 50 Atemschutzgeräte wurden verwendet. Insgesamt kamen 21 Personen mit leichten Verletzungen, insbesondere Rauchvergiftungen, in Kliniken, darunter zwei Feuerwehrmänner und zwei Polizisten. Die meisten sind inzwischen wieder entlassen.

Mitarbeiter und Pflegeschüler packen gemeinsam mit an

Ein dickes Lob hat Vater auch für seine Mitarbeiter parat: „Einige arbeiteten bis in die Nacht und standen morgens wieder auf der Matte.“ Pflegeschüler helfen mit, Mitarbeiter unterstützen sich in den Häusern. Hilfe gab es unter anderem auch vom Pflegeheim Am Fuchsberg in Ganderkesee. Es nahm 25 Pflegebedürftige auf, Mitarbeiter der Heimstiftung gingen zur Betreuung mit. Da das vollstationäre Heim in Huchting kaum vom Brand betroffen war, liefen hier am Mittwoch bereits die Reinigungsarbeiten und Vorbereitungen, um in den nächsten Tagen 50 Bewohner wieder aufnehmen zu können, auch die aus Ganderkesee. Sieben Menschen zogen nach dem Feuer ins Hotel, die anderen wurden auf die insgesamt 30 Häuser der Heimstiftung verteilt. Unbewohnt bleiben laut Vater zunächst 40 Wohnungen und 30 Kurzzeitpflegeplätze in dem Teil unter dem zerstörten Dach. „Das Löschwasser lief hier vom vierten Stock bis in den Keller.“ Bei insgesamt 3 000 Heimstiftungs-Plätzen seien 70 Menschen jedoch unterzubringen.

Vor Problemen steht hingegen das Mütterzentrum. Für 60 Kita- und Hortkinder müssen schnellstens Ersatzräume gefunden werden.

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