„Auf sehr dünnem Eis“

Corona: Lehrergewerkschaft greift Bremer Bildungssenatorin scharf an

Corona-Tests für Bremer Schüler: Eingang zum Testzentrum Mitte (Am Wall 121).
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Corona-Tests für Bremer Schüler: Eingang zum Testzentrum Mitte (Am Wall 121).

Bremen – Während die freiwilligen Corona-Tests für Bremer Schüler angelaufen sind, hält die Kritik am Ressort von Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) unvermindert an. Am Sonntag meldete sich die Lehrergewerkschaft GEW zu Wort. Die Senatorin „tanzt politisch, pädagogisch und epidemiologisch auf sehr dünnem Eis“, heißt es in einer Erklärung.

Anlass: Bogedan hatte Eltern dazu aufgerufen, ihre Kinder in die Schule zu schicken, sie übernehme die Verantwortung dafür. Zum Vergleich: Bremerhavens Magistrat bittet, die Kinder zu Hause zu lassen. Berlin ist unterdessen von einer schrittweisen Schulöffnung trotz des Lockdowns wieder abgerückt; auch dort hatte es heftige Proteste gegeben.

Und Bremen? Die GEW sieht es so: „Durch das Unterlaufen der Bund-Länder-Vereinbarung zum verlängerten Lockdown bis Ende Januar zeigt die Senatorin eindeutig, dass sie meint, Absprachen und Regeln würden für sie nicht gelten. Dies ist ein gefährliches Signal an die Bevölkerung und zudem pädagogisch nicht sinnvoll.“

„Erkenntnisse von Epidemiologen ignoriert“

Bogedans Wunsch, durch ihre Appelle für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen, müsse entgegnet werden, dass sie „wahrscheinlich das Gegenteil bewirken wird“. Und: „Zu diesem Zeitpunkt noch zu behaupten, dass die Infektionen in Grundschulen besonders niedrig sind, ignoriert die nationalen und internationalen Erkenntnisse der Wissenschaft.“ Erkenntnisse von Epidemiologen und das Recht auf Bildungsgerechtigkeit „gegeneinander auszuspielen, um Schulen offen zu halten, grenzt an Heuchelei“, so die Lehrergewerkschaft.

GEW: Schulöffnung noch einmal überdenken

Bogedans Äußerung, sie übernehme die Verantwortung für eine Schulöffnung, halten die Gewerkschafter für „sehr mutig“ – und fügen an: „Wir werden alles daran setzen, dass sie niemals in die Situation kommt, diese Äußerung zu bereuen – und fordern sie deshalb auf, ihre Entscheidung zur Öffnung der Schulen zu überdenken, so wie es auch in Berlin geschehen ist.“

Weitere vier Todesfälle in Bremen

Unterdessen hat das Gesundheitsressort am Sonnabend 66 und am Sonntag 54 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet – davon 61 und 37 in der Stadtgemeinde Bremen. Der Inzidenzwert ist weiter leicht gestiegen – auf nunmehr 91,8 in Bremen und 80,7 in Bremerhaven. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg im Land Bremen am Wochenende um vier auf 223. Die Gesamtzahl der Corona-Impfungen im Land Bremen lag laut Gesundheitsressort am Sonntag bei 5 990 – 5 011 in Bremen, 979 in Bremerhaven.

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