„Auf einen Espresso“ mit Kurosch Rezwan, Konrektor für Forschung an der Uni

Nachhaltiges Glück

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Den kleinen Holzwichtel hat Kurosch Rezwans Sohn vor zwei Jahren im Kindergarten gebastelt – die einfache Figur ist seither „Papas Glücksbringer“.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Kurosch Rezwan ist Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Uni Bremen. Der junge Professor für Materialwissenschaften erhielt für die Entwicklung biokeramischer Knochenschrauben bereits nationale und internationale Auszeichnungen.

Mit gerade einmal 39 Jahren wirkt der ehemalige Vorstandsvorsitzende des „Fördervereins Juniorprofessur“ in der Leitungsebene der Exzellenz-Universität. Damit bestimmt Rezwan die strategische Ausrichtung der Uni für die kommenden fünf bis zehn Jahren mit. Das bedeutet für ihn, viele Gespräche zu führen und viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Er möchte die Uni Bremen als Marke etablieren. „Wenn wir noch mehr exzellente Wissenschaftler nach Bremen bekommen, haben wir die Sache gut gemacht“, sagt der Konrektor. Doch erstmal gilt es, die Finanzlöcher zu stopfen und sich im Verteilungskampf um Gelder durchzusetzen. Am meisten Freude macht es Rezwan, wenn er in den internen Gesprächen feststellen kann, dass alle Mitarbeiter und Studenten zu ihrer Uni stehen. Schwierig sei es bisweilen, alle wichtigen Personen zu einem gemeinsamen Meeting-Termin zusammenzuholen.

Rezwan hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Rezwan hat einen kleinen Holzwichtel dabei. Die einfache Figur hat ihm sein Sohn vor zwei Jahren im Kindergarten gebastelt. „Papa, das ist Dein Glücksbringer“, sagte der Junior, und seitdem fährt das Stockmännchen in Rezwans Auto mit. Es ist mit Liebe gemacht und aus Holz gefertigt. Als Ingenieur und Materialforscher weiß Rezwan auch den langen Lebenszyklus dieses Glücksbringers zu schätzen. In der heutigen schnelllebigen Zeit sei das eine besondere Qualität, sagt der Professor und dreifache Vater. Durch seine Kinder spiele das Thema „Nachhaltigkeit“ eine viel größere Rolle für ihn. Dieses geschärfte Bewusstsein reiche bis in seine Arbeit hinein. Denn gerade bei den Kindern denke man weit in die Zukunft, sagt Rezwan. Man überlege sich beispielsweise heute, welche Konsequenzen die Erziehung, das eigene Verhalten und die sich nicht genommene Zeit bis ins Erwachsenenalter haben könnten. Deswegen halten sich Rezwan und seine Frau bewusst Zeit für die Familie frei. Dabei kann der Konrektor vollkommen vom Beruf abschalten. Und wenn das Handy doch an ist, sagt der Sohn: „Papa, Du bist schon wieder am Handy.“ Rezwan: „Diese intensive Zeit wirkt nachhaltig, und obwohl die Tage durch die Kinder noch länger sind, gibt das zusätzliche Motivation.“ Das sei der Glücksaspekt.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Kurosch Rezwan: Zwar fehlen die Berge, aber ich stufe die Lebensqualität hier sehr hoch ein. In Relation zu den Lebenskosten ist sie phantastisch, und trotz der 550000 Einwohner sind die Menschen sehr freundlich, eher dörflich als städtisch.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Rezwan: Wümmewiesen, Blockland, das Grüne.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Rezwan: Den Fallturm. Das merkt man sich. Es ist aber auch schön, über den Marktplatz zu laufen, zum Rathaus und nett essen zu gehen.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Rezwan: Der Delphin. Er ist klug, elegant und schnell.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Rezwan: Mit der Familie aufs Rad und dann die Wümme entlang. Hätte ich alleine frei, würde ich ein Bild malen, im Freien, Acryl auf Leinwand.

Was macht Sie schwach?

Rezwan: Schokoladensoufflé mit einem flüssigen Kern. Und Schokolade aus der Schweiz oder von Hachez.

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