„Auf einen Espresso“ mit Komponist und Regisseur Marco Nola

Der Ton macht das Gefühl

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Marco Nolas Spieluhr stammt aus der „Rudi-Carrell-Show“.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Marco Nola ist Komponist und Regisseur. Schon als Kind stand er vor der Fernsehkamera, sprach für Radio und Hörspiele. Später studierte er an der Hochschule für Künste (HfK) in Bremen und komponierte Filmmusiken. Für Hörspielproduktionen besuchten viele Schauspielstars sein Tonstudio.

In „Rudis Tagesshow“ und bei dem Radio-Erfolg „Papa, Charly hat gesagt...“ durfte Nola schon im Grundschulalter mitmachen. Er verbrachte viel Zeit in den Bremer Hörfunkstudios. Mittlerweile betreibt er seit mehr als 15 Jahren sein eigenes Tonstudio.

Der gebürtige Bremer entwarf die Live-Orchestermusik für das Philharmonische Staatsorchester Bremen zum Stummfilm „Faust“ und wurde für die Hörspielproduktion „Hamlets Rache“ ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit Schauspielgrößen wie Will Quadflieg, Anna Thalbach, Rolf Becker und Dietmar Bär entstanden Hörspiele und Hörbücher. Jüngst produzierte Nola die Audio-Guides für die „Sylvette“-Ausstellung der Kunsthalle und steht aktuell mit seiner Laien-Musicalgruppe und dem humorigen Stück „Die Betty Wolff Klinik – Heute keine Therapie“ auf der Bühne.

Nolas Jobs sind vielfältig. Am meisten Freude machen ihm alle schöpferischen Tätigkeiten und die Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Arbeiten, die weniger kreatives Potenzial haben, gibt er gerne ab.

Nola hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Der Musiker stellt eine Spieluhr auf den Tisch. Es ist eines bunter Regenbogen aus Holz.

Die Spieluhr erhielt er als Geschenk während einer Silvester-Show von Rudi Carrell. „Zu dem Lied ‚Raindrops keep falling on my head‘ wanderte früher eine kleine Wolke entlang des Regenbogens“, sagt Nola und lacht. „Aber die ist abgefallen.“

Er mag die Melodie trotzdem. Es sei das Wesen der Musik, dass ihr Klang direkt die Gefühle anspricht – die Augen könne man schließen, die Ohren nicht. Nola selbst begann mit elf Jahren, Klavier zu lernen. Nach dem Abitur entschloss er sich, trotz seiner vielfältigen Kontakte zum Schauspiel, Musik zu studieren. Die Unmittelbarkeit der Musik sieht er als Vorteil gegenüber visuellen Kunstformen. „Selbst bei Filmmusik kann man trotz der festen Vorgabe durch die Bilder etwas komplett Neues machen“, sagt der Bremer. Denn es gehe um die Emotionen, die man beim Hören empfindet. Es gehe aber auch um die Emotionen, die beim Spielen der Musik entstehen und die Gefühle, die man beim Komponieren weitergeben will. In diesem kreativen Prozess fühlt sich Nola „zu Hause“.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Marco Nola: Mein ganzes

Leben.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Nola: Den Marktplatz.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Nola: Die Innenstadt, den Rhododendronpark, den Bürgerpark ... die ganzen Klassiker eben. Auch Gäste, die schon viel von der Welt gesehen haben, sind meist begeistert von unserer Stadt.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Nola: Als Kind war es das Nashorn. Jetzt wüsste ich keines.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Nola: Etwas Kreatives auf jeden Fall, mir Zeit zum Meditieren nehmen, unbedingt Zeit mit Freunden verbringen, vielleicht nach Wremen fahren und Fisch

essen.

Was macht Sie schwach?

Nola: Sehr, sehr gutes Essen.

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