Auf dem Weg zur Normalität

Neue Corona-Verordnung in Bremen: Mehr Kontakte, mehr Besucher, mehr Öffnungen

Ein Maskenpflicht-Schild vor dem Bremer Hauptbahnhof.
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Aufgehoben: Die Maskenpflicht im Freien gilt in Bremen nicht mehr. Und ab Montag müssen auch die Schüler und Lehrer an den weiterführenden Schulen im Unterricht keine Masken mehr tragen. Das regelt die neue Corona-Verordnung.

Der Bremer Senat lockert die Corona-Regeln: Bei Treffen und Freizeitaktivitäten sollen die Menschen bald wieder mehr Freiheiten haben. Und die Bordelle öffnen wieder.

Bremen – Die Inzidenzen sinken, die Impfquoten steigen, die Lage in den Kliniken hat sich entspannt. Der Bremer Senat hat reagiert und am Dienstag eine neue Corona-Verordnung mit weiteren Lockerungen beschlossen. „Es ist richtig, dass wir ein Stück weiter zur Normalität zurückkehren“, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke).

So soll das Rotlicht wieder angeknipst werden, sind bei Veranstaltungen unter freiem Himmel bis zu 1 000 Besucher erlaubt und dürfen sich statt wie bisher fünf jetzt bis zu zehn Personen treffen. Die Maskenpflicht soll an allen Schulen wegfallen. Und auch für die vom 23. Juli bis 8. August geplante „Sommerwiese“ auf der Bürgerweide gibt es grünes Licht. „Das ist ein gutes und wichtiges Signal“, sagte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). 135 Schausteller sollen zugelassen werden, die Besuchsfrequenz ist auf maximal 6 000 Personen gleichzeitig beschränkt.

Die Verordnung kann erst in Kraft treten, wenn der Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft sie abgesegnet hat. Das Gremium wird sich morgen, Donnerstag, damit beschäftigen. Die neuen Corona-Regeln sollen dann ab Montag, 21. Juni, in Kraft treten, teilte das Gesundheitsressort mit.

„Stammtischfreigabe“

Hinein in das neue Regelwerk: „Die Kontaktbeschränkungen werden angepasst“, heißt es. Alternativ zur erwähnten „Stammtischfreigabe“ für Treffen von bis zu zehn Leuten aus zehn Haushalten sind Zusammenkünfte von zwei Haushalten ohne Beschränkung der Personenzahl möglich. Die Maskenpflicht unter freiem Himmel ist seit Montag aufgehoben. Sie gilt nur noch an Bus- und Bahnhaltestellen sowie in Bahnhöfen. An den weiterführenden Schulen im Land Bremen wird die Maskenpflicht in den Unterrichtsräumen aufgehoben. „Das ist ein großer Gewinn für die pädagogische Arbeit“, kommentierte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). An Grundschulen gilt die Maskenpflicht seit längerem nicht mehr. Ansonsten bleibt die Maskenpflicht in Innenräumen sowie in Bussen, Bahnen und Zügen bestehen.

Bei Veranstaltungen sind zukünftig bei entsprechenden Hygienekonzepten wieder mehr Besucher zugelassen – bis zu 250 in Innenräumen und bis zu 1 000 unter freiem Himmel. Schließlich entfällt die Sperrstunde: Gaststätten dürfen wieder rund um die Uhr öffnen.

In Museen, Galerien und in ähnlichen Einrichtungen sind ab Montag keine Terminbuchungen mehr erforderlich. Saunen, Bordelle sowie Schwimmbäder (auch Hallenbäder) dürfen generell wieder öffnen. Voraussetzung sei „ein Hygienekonzept, das geeignet ist, die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus einzudämmen“, heißt es im Entwurf der Verordnung. Nur Diskotheken und Clubs bleiben weiterhin geschlossen.

Museumsbesuch ohne Terminbuchungen

Erlaubt ist außerdem Sport in geschlossenen Räumen mit bis zu 20 Personen ohne Einschränkung. Sind mehr als 20 Personen im Raum, muss ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Das trifft auch für Tanz- und Ballettschulen zu. Für Sportanlagen unter freiem Himmel gelten keinerlei corona-spezifische Beschränkungen mehr.

Schließlich darf das zuständige Gesundheitsamt die Beschränkungen der Corona-Verordnung für Pflegeeinrichtungen aufheben oder absenken, wenn 80 Prozent der Bewohner (statt bislang 90 Prozent) gegen eine Infektion mit dem Virus geimpft sind. „Auch in den Sport und in die Pflege kehrt mit diesen Beschlüssen ein Stück Alltag zurück, nach dem sich viele so lange gesehnt haben“, sagte Sport- und Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

Inzidenzwert in der Stadt Bremen liegt bei 11,3

Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen ist am Dienstag um zehn Fälle angestiegen (auf 27 351 seit Ausbruch der Pandemie), davon sieben in der Stadt Bremen. Hier sank der Inzidenzwert weiter deutlich: von 15 auf 11,3 (Bremerhaven: 11,4). Das teilte das Gesundheitsressort am Abend mit. Kein weiterer Mensch mit dem Virus ist gestorben (bisher 481). Die Zahl der Covid-19-Patienten in Kliniken des Landes ging abermals zurück. Derzeit werden in den Kliniken noch 18 Corona-Patienten (Vortag: 21) versorgt. Fünf der Patienten kommen aus dem Umland. Sieben der 18 Patienten liegen auf Intensivstationen, sechs werden beatmet. (gn)

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