Neues Album und Auftritt im „Pier 2“

Joris im Interview: „Auch mal blind einen Pass spielen“

Am 3. November tritt Joris im Bremer „Pier 2“ auf. Mit „Schrei es raus“ erscheint am 5. Oktober das zweite Album des Sängers. - Foto: Tim Kramer
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Am 3. November tritt Joris im Bremer „Pier 2“ auf. Mit „Schrei es raus“ erscheint am 5. Oktober das zweite Album des Sängers.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Schrei es raus“ – dreieinhalb Jahre nach „Hoffnungslos hoffnungsvoll“ bringt der Musiker und Sänger Joris („Herz über Kopf“) sein zweites Album heraus. „Schrei es raus“ erscheint am Freitag, 5. Oktober.

Und wenig später kommt der Künstler auch schon nach Bremen. Am Sonnabend, 3. November, tritt er um 20 Uhr im Gröpelinger „Pier 2“ auf. Karten kosten etwa 35 Euro.

Joris, 1989 in Stuhr geboren, wuchs an der Weser auf – in Vlotho (Nordrhein-Westfalen) nämlich. Heute lebt er in Mannheim. Dort probt er dieser Tage für die Tour. „Detailarbeit“, so der Sänger. Und dort sitzt er auch beim Telefongespräch mit unserer Zeitung.

Joris, was verbinden Sie eigentlich mit Stuhr, wo Sie Ihr erstes Lebensjahr verbracht haben?

Joris: Es ist meine entlegene Heimat, wo ich geboren bin. Ich bin dann vielleicht noch zehn Mal dagewesen. Öfter war ich in Bremen selbst.

Demnächst sind Sie es auch wieder – beim Konzert.

Joris: Ja, zum ersten Mal im „Pier 2“. Ich habe schon viel Gutes über die Halle gehört.

Wie wird das Programm sein, steht alles schon fest?

Joris: Wir wollen, dass sich jeder Abend anders entfalten kann, einzigartig bleibt. Es spielen gute Freunde in meiner Band, die ich schon lange kenne. So gut, dass man auch mal blind einen Pass spielen kann. . .

Was ist schwieriger – das erste oder das zweite Album?

Joris: Das ist, glaube ich, für jeden anders. Für mich war es so, dass ich fürs erste Album vier Jahre Zeit hatte. Es ist sehr erfolgreich gewesen, so dass ich schönerweise viel unterwegs war und vor unfassbar vielen Menschen spielen durfte. Die Kunst bestand jetzt beim neuen Album darin, mir genügend Zeit zu nehmen, Songs zu schreiben und aufzunehmen.

Frage: Sie haben dann ja einen Schnitt gemacht und sind weggefahren.

Joris: Ganz alleine nach Italien. Ich habe Italienisch gelernt, Leute kennengelernt, mit einem Espresso auf Marktplätzen gesessen, Song-Skizzen gemacht. Eine Qual war es nur, kein Instrument dabeizuhaben.

Frage: Wie ging es weiter?

Joris: In Spanien, mit einem kleinen Studio im Landhaus. Familie und Freunde kamen zu Besuch, so dass das Haus immer voll war.

Frage: Anschließend ging‘s neun Monate ins Studio. Ganz schön lange – geht da nicht die Spontaneität flöten?

Joris: Spontaneität ist das, was am Instrument stattfindet, das geht immer. Im Studio – es war ein analoges – ging es darum, sich Zeit zu nehmen. Wir probierten viel, gingen zwei Schritte zurück, einen vor, manchmal auch andersherum. . .

Frage: Das Album klingt ausgereift, durchdacht. Es gibt auch Songs mit langen Intros. Manche sagen, das sei gefährlich, da werde man auf Streaming-Plattformen gleich weggeklickt.

Joris: Es gibt auch knackige Songs wie „Signal“. Aber ich glaube nicht, dass man primär Musik für Streaming-Plattformen macht. Die Mischung ist wichtig.

Frage: Das Album heißt ja „Schrei es raus“. Was soll man denn rausschreien?

Joris: Dass es jetzt endlich neue Musik gibt! Es kommt vieles zusammen. Manchmal fühlt sich das Leben wie eine graue Masse an, wo einem wie bei „Momo“ die Zeit gestohlen wird. Es ist wichtig, dass man seine Träume beibehält. Und seit den ausländerfeindlichen und rechtsradikalen Vorfällen in Chemnitz ist es auch wichtig, dass man eine Haltung hat und für unsere demokratischen Werte einsteht.

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