Auch ein alter Supermarkt wird zum Heim

Zwei neue Zelte für Asylbewerber

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In Bremen werden jetzt zwei Zeltstädte für erwachsene Asylbewerber aufgebaut. Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gibt es bereits zwei Zelte (hier der Standort auf dem Stadtwerder).

Bremen - Bremen wird zwei weitere Zelte für die Unterbringung von Asylbewerbern aufstellen. Das bestätigte gestern das Sozialressort. Zum ersten Mal werden dann Erwachsene und Familien in Zelten schlafen. Platz ist insgesamt an den beiden Standorten Technopark an der Uni und in der Überseestadt (wo im Übrigen gerade, wie berichtet, ein neues Asylheim gebaut wird) für 400 Betten.

Notwendig werden die beiden Zelte wegen des anhaltenden Flüchtlingsstroms. Gegenüber 2014 hat sich die Zahl der Asylbewerber im ersten Halbjahr 2015 auf mehr als 2 100 verdreifacht. Hinzu kommen in diesem Zeitraum rund 600 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge – viermal so viel wie im Vorjahr. Für die Jugendlichen hat das Ressort bereits an zwei Standorten Zelte aufgestellt, denn nach dem Bettwanzenbefall in der Erstaufnahme in Habenhausen muss das Heim geräumt werden, um Schädlingsbekämpfer einzusetzen (wir berichteten). Das Zelt auf dem Stadtwerder (35 Plätze) ist bereits bezogen. Das zweite Zelt am Fallturm in Uninähe (120 Plätze) wird jetzt möbliert. Den Angaben zufolge verzögert sich der Auszug aus der Erstaufnahme aufgrund einer TBC-Erkrankung eines Jungen. „Alle 200 Jugendlichen müssen zunächst geröntgt werden“, heißt es. 70 Minderjährige werden vorübergehend in der Eislaufhalle „Paradice“ untergebracht. 70 weitere Plätze werden in der Turnhalle Arsten entstehen, um die immer mehr werdenden jungen Flüchtlinge aufnehmen zu können. Sie stammen vorwiegend aus Westafrika, Nordafrika, Syrien und Afghanistan, eine Abschiebung ist nicht möglich.

Erstmals werden demnächst auch erwachsene Asylbewerber in Zelten untergebracht. Dafür wird in Kürze eine Freifläche im Technopark hergerichtet. Platz soll für 200 Menschen sein. Auch für einen Standort in der Überseestadt laufen die Planungsarbeiten. Hier sollen in den nächsten Wochen drei Zelte für 200 Asylbewerber aufgebaut werden, davon ein Speisezelt. Die Zeltstadt wird einen Großteil der 300 Flüchtlinge beherbergen, die für die Veranstaltung „Bremen bellt“ aus den Messehallen weichen müssen. Später geht‘s dorthin zurück.

Wie gestern zu erfahren war, soll auch ein leerstehender Supermarkt in Hastedt samt Nebengebäuden als Asylheim hergerichtet werden. Nach dem Prinzip Messehallen entstehen abgeteilte Schlafbereiche für Familien mit insgesamt mehr als 120 Plätzen.

gn

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