Düsteres Zukunftsszenario und Komik mit Wasser

Straßentheaterfestival „La Strada“: Der Astronaut und die Pflanze

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Düsteres Zukunftsszenario: Emely Robertson und Astronaut Marc Worth vom britischen Ensemble „Highly Sprung“ auf dem Domshof. Beim Straßentheaterfestival „La Strada“ ging es auch um umweltpolitische Themen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Auf dem Domshof geht es um die Zukunft. Eine Frau aus der Zukunft (Emely Robertson, 25) lebt an und mit einem kargen Gestell. Akrobatisch tanzt sie, aber hin und wieder geht ihr die Luft aus. Aus Richtung Dom ist lauter Atem zu hören – gespeist aus Sauerstoffflaschen.

Hunderte von „La-Strada“-Besuchern erleben bei prallem Sonnenschein ein dunkles Zukunftsszenario – „Urban Astronaut“, dargeboten vom britischen Ensemble „Highly Sprung“.

Englischsprachige Nachrichten berichten von unzähligen Toten durch Luftverschmutzung. Die Frau tanzt mit begrenzter Kraft, klettert immer wieder das Gestell hoch, auf dessen Spitze eine kleine Pflanze steht. Sie lächelt, während sie einige Blätter in einem Gefäß mustert. Sie legt Erde auf den Platz und steckt kleine Pflanzen hinein.

Der Atem wird lauter. Aus Richtung Dom rollen mehrere Männer ein Fahrzeug heran. Ein langer Metallarm bewegt sich immer wieder auf und ab. Daran hängt ein Astronaut (Marc Worth, 39). Immer wieder wird er mehrere Meter hoch über den Domshof gehoben. Dann geht es wieder abwärts zu den Menschen. Der Astronaut schüttelt die Hände von Besuchern. Mit ihm sprechen können sie nicht.

Wieder Nachrichten: Jahreszahlen, Umweltgift. Schließlich erreicht der Astronaut das Gestell. Er und die Frau begegnen sich oben, bei der Pflanze an der Spitze des Gestells. Die Frau klettert hinab. Der Astronaut wird ausgeklinkt. Erst tastend, dann tanzend kommen die beiden sich näher.

Teil des Bremer Raumfahrtjahrs

„La Strada“ ist in diesem Jahr auch Teil des Bremer Raumfahrtjahrs „Sternstunden 2018“. Das zeigt sich auch in einer Installation. Dreieinhalb Meter hohe Reifen, dazwischen eine acht Meter lange Rakete. Stefan Berthold (54) hat sich für eine Installation auf dem Marktplatz von Cyrano de Bergerac inspirieren lassen. „Sein Roman ,Die Reise zum Mond‘ ist der erste Science-Fiction-Roman. Damals kannte man Kutschen und Feuerwerksraketen aus China“, sagt Berthold.

Zwei ungleiche Musiker geben ein Konzert. Das Problem: Die Bühne ist ein gefülltes Becken und einer der Musiker hat panische Angst vor jeglichem Kontakt mit Wasser. „Barolosolo“ aus Frankreich machen daraus eine für Erwachsene und auch Kinder lustige Clownerie. Mathieu Levavasseur spielt verträumt Cello, die Füße im Wasser. Neben ihm liegt ein Koffer. Ganz anders Gitarrist William Valet. 

Er geistert ums Becken. Legt eine Metallstange vom Rand zum Koffer. Krabbelt in Richtung seines Kollegen. Die Angst vor dem Wasser zwingt zur Artistik. Ein Stuhl und ein Koffer, zwei Rettungsinseln im Nass. Doch da sind auch Masten am Rand. Valet krabbelt hinauf und fühlt sich offensichtlich beim Gitarrespielen in luftiger Höhe sicherer als im flachen Nass.

„La Strada“ - die Bilder vom Sonnabend

 © Martin Kowalewski
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Doch wie hinunterkommen? Levavasseur bietet die Metallstange an. Schließlich bliebt ihm nichts anders übrig, als seinen wasserscheuen Kollegen zu schultern. Die musikalische und akrobatische Show bietet viel Situationskomik. Die beiden tragen Schlagzeugbecken wie Hüte und mimen auf der Stange asiatische Bootsfahrer. Kurz vor Schluss wird Levavasseur im Wasser bewusstlos. Valet missbraucht die Badebrille als Augenbinde – und landet schließlich auch im Wasser.

„La Strada“ - der Freitag in der Bremer Innenstadt

 © Selina Spöttel
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Das „Duo Kaos“ – Giulia Arcangeli aus Italien und Luis Paredes aus Guatemala – nutzt Räder als Sportgerät, Requisite, Bühnenbild und Verkleidung. Ein abmontiertes Rad steht auf einer Kleiderstange. Arcangeli schlüpft hinter ein Jackett, das daran hängt. Das Rad wird zum Kopf. Paredes schüttelt ihr die Hand. Die beiden Artisten beherrschen auch Akrobatik bei voller Fahrt. Zuschauer Klaus-Peter Raatz (65) aus Bremen sagt: „Es faszinierend, wie sicher die auf dem Rad sind. Toll ist auch die Atmosphäre um die Bühne hier in den Wallanlagen“.

„La Strada“-Eröffnung mit „Cirque Rouages“

La Strada-Eröffnung mit Cirque Rouages
Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung /Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © Mediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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Das französische Sextett erntete viel Applaus.  © M ediengruppe Kreiszeitung/Steffen Koller
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