Leidenschaft für Medizin entfacht

Der Zivijob war für Chefarzt Oliver Müssig ein Glücksfall

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Dr. Oliver Müssig, Chefarzt.

Bremen - Dass er mal eine Mediziner-Karriere beginnen würde, das hatte Oliver Müssig (50) lange Zeit eigentlich gar nicht geplant. „Dass ich diesen Weg eingeschlagen habe, war eher einem Zufall geschuldet“, sagt er. Müssig hatte damals eine Absage für seinen Wunschplatz im Zivildienst erhalten. Stattdessen bekam er einen Ziviplatz im Krankenhaus. Und dort wurde seine Leidenschaft für die Medizin erst so richtig entfacht. Der Zufall wurde also schnell zu einem echten Glücksfall für Müssig. Er absolvierte sein Studium, wurde Assistenzarzt, später Leitender Oberarzt. Seit Anfang des Jahres ist der 50-Jährige zum Chefarzt der Zentralen Notfallaufnahme am Klinikum Ost aufgestiegen - und das zu einer besonders spannenden Zeit.

Denn sein Klinikbereich wird in den kommenden Monaten umgebaut. Die Aufnahmestation wird dann direkt an die interdisziplinäre zentrale Notaufnahme gekoppelt. „Eine Aufnahmestation hat nicht jedes Krankenhaus. Und es ist von großem Vorteil, so etwas zu haben“, sagt Müssig. Es gebe dadurch direktere Abläufe und kürzere Wege, von denen nicht nur die Mitarbeiter profitierten, sondern insbesondere auch die Patienten. Abgesehen von diesen baulichen Veränderungen schätzt Müssig ohnehin das ganzheitliche Konzept am Klinikum Ost: dass neben den somatischen (also körperlich erkrankten oder verletzten Menschen) auch die psychiatrischen Patienten eine große Rolle spielten. „Die Fälle und das Behandlungsspektrum sind hier sehr vielfältig“, sagt Müssig, der das Klinikum seit vielen Jahren kennt. So brauchte er wenig Anlaufzeit, um in seine neue Aufgabe als Chefarzt hineinzuwachsen.

Vielfältig - diese Eigenschaft trifft nicht nur auf das Behandlungsspektrum, sondern auch auf Müssig selbst zu. Bevor er seine Ärztekarriere begann, hatte er schon viele andere Berufserfahrungen gesammelt. In Nienburg aufgewachsen, absolvierte er nach der Schule eine Energieelektroniker-Ausbildung, schrieb als freier Journalist für die Sport- und Kulturredaktion der örtlichen Tageszeitung und war zudem ein ambitionierter Basketballer. Dass er erst ein paar Jahre später seine Medizinerkarriere begann und somit etwas älter war als die meisten anderen angehenden Ärzte, habe bei manchem Bewerbungsgespräch für Aufsehen gesorgt.

„Aber es läuft eben nicht immer geradlinig im Leben. Und diese Vielfalt und Erfahrungen sehe ich als großen Schatz an“, so Müssig. Die Vielfalt, die Müssig, der inzwischen in Bremen lebt, nicht nur als Arzt, sondern auch als Typ auszeichnet, hat er sich bis heute erhalten. Der Mediziner spielt weiter in seiner eigenen Band und tritt regelmäßig im norddeutschen Raum auf. „Unsere Musik geht größtenteils in Richtung Indie-Pop. Aber wie die Band heißt, behalte ich lieber für mich“, sagt Dr. Oliver Müssig. Nun denn!  

fr/gn

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