„Feuerwerk der Turnkunst“ im Januar in Bremen

Artistik bis der Atem stockt

Leicht und halsbrecherisch: die „Catwall Acrobats“ aus Kanada kommen zum zweiten Mal zum „Feuerwerk der Turnkunst“. - Foto: Feuerwerk der Turnkunst

Bremen - Von Martin Kowalewski. Bei einer professionellen Turnshow muss man sich auf die anderen verlassen können. Vertrauen ist dabei unverzichtbar, daran erinnert auch das Motto der 30. Ausgabe des „Feuerwerks der Turnkunst“. Er lautet „2Gether“. Artisten aus aller Welt kommen für die Tour zusammen. Am 3. und 4. Januar 2017 gastiert die Show in der Bremer Stadthalle. Voraussichtlich wird die ÖVB-Arena zweimal voll. Erwartet werden insgesamt etwa 16.000 Besucher.

Erstmals dabei ist die russische Nationalmannschaft „Sportakrobatik“. Die Veranstalter versprechen „spektakuläre Würfe und begeisternde Akrobatik gepaart mit einzigartiger Synchronität und Perfektion“. Die russischen Turnerinnen erreichten ihre Leistungen vor allem durch eindrucksvolles Miteinander, wie gestern Jan Brüning, Projektleiter der Veranstaltung, sagte. „Der Verein Bremen 1860 ist in diesem Bereich auch sehr stark. Wir haben hier einen von drei Bundestützpunkten in Rhythmischer Sportgymnastik. Die werden da sicher genau hinschauen“, so Brüning.

Ebenfalls aus Russland kommt Ekaterina Demina. Die Russin ist seit ihrer frühen Jugend auf europäischen Varieté-Bühnen zu Hause und zeigt Kontorsion, die Kunst der extremen Körperverbiegung, und Equilibristik, das ist Gleichgewichtskunst. Die Russin ist nicht nur biegsam wie ein Schlangenmensch, sondern ist auch für viel Eleganz und Leichtigkeit bei ihren Vorführungen bekannt.

Der Kanadier Olivier Sylvestre wird ein Rhönrad zerlegen. Damit ist aber nicht gemeint, dass der Sportler einen Stunt aufführt. Er baut zwei halbe Rhönräder in seine Darbietung ein und zeigt spezielle Kunststücke damit.

Das „Duo Kist“, bestehend aus Kira Lefebre und Steven Spiby, erzählt getanzte Geschichten und bringt anspruchsvolle akrobatische Elemente in die Choreographien ein, wie es heißt. Die beiden Sportler sind laut Brüning dabei, die Artistik-Bühnen Deutschlands zu erobern. Sie kommen aus dem Trainingszentrum Hannover, einer Talentschmiede des „Feuerwerks der Turnkunst“. Und außerdem gehören sie zum Niedersächsischen Turnerbund, der die Veranstaltung vor 30 Jahren ins Rollen gebracht hat. 

„Die Anfänge fanden noch in ganz normalen Hallen als Turnshow zum Ende des Jahres statt. Heute füllen wir die ganz großen Hallen“, sagt Jan Brüning. „Wir wollen mit der Veranstaltung auch Kinder und Jugendliche für den Turnsport begeistern.“ Zum zweiten Mal beim „Feuerwerk“ mit von der Partiesind die „Catwall Acrobats“. Speziell für diese Tour hat das Turner-Team aus Kanada zwei Choreographien entwickelt. Die Trampolin-Artisten, die auch Wände und Gerüste in ihre Darbietung einbeziehen, scheinen gebastelt zu haben. 

Zumindest wollen sie mit einem „Butterfly-Trampolin“ kommen. Brüning hat viel recherchiert, aber keine genaue Erklärung dazu gefunden. „Das muss eine Eigenentwicklung sein“, meint der Bremer. „Die sind mein persönlicher Favorit. Ich habe sie zu unserem 25-jährigen Jubiläum gesehen, eine phantastische Nummer. Sie springen und verschwinden dann auch mal in einer Mauer. Bei der Show stockte den Menschen der Atem“, sagt Brüning.

Insgesamt werden in 32 Shows an 20 Spielorten 220.000 Besucher auf der Tour erwartet. In Bremen gastiert das „Feuerwerk der Turnkunst“ am Dienstag, 3. Januar, 19 Uhr, und am Mittwoch, 4. Januar, 17 Uhr, in der ÖVB-Arena. Eintritt: etwa zwölf bis 45 Euro.

www.feuerwerkderturnkunst.de

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