„Bevorzugtes Siedlungsareal“ seit der Bronzezeit / Etliche neue Funde auf der Baustelle Heisiusstraße

Archäologen schätzen Arbergen

Der Archäologe Vladimir Penner legt in Arbergen einen Brunnen frei, der aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht, und kartografiert den Fundort.

Bremen - Von Thomas Kuzaj· An der Heisiusstraße in Arbergen wird gegenwärtig ein Mehrfamilienhaus gebaut. Aber zunächst einmal geht es nicht darum, wer hier in Zukunft wohnen wird – sondern darum, wer hier früher mal gewohnt hat. Sehr viel früher.

Anders ausgedrückt, ist Professorin Uta Halle, Bremens Landesarchäologin, mit ihrem Team auf der Baustelle. Schließlich ist Arbergen ein sehr spannendes Grabungsgebiet – und das bereits seit vielen Jahrzehnten. Da guckt man schon sehr aufmerksam hin, wenn hier wieder etwas gebaut wird.

Nach dem Ersten Weltkrieg etwa entdeckten spielende Kinder ganz in der Nähe der jetzigen Baustelle an der Heisiusstraße – ungefähr 300 Meter entfernt – ein bedeutendes Gräberfeld mit 20 Urnen aus der jüngeren Bronzezeit (1000 bis 700 vor Christus).

In späteren Jahrzehnten wurden in Arbergen wieder und wieder Siedlungsfunde aus unterschiedlichen Epochen freigelegt – so zwei Grubenhäuser aus dem 4. bis 7. Jahrhundert nach Christi Geburt am Arberger Mühlenberg. Der damalige Landesarchäologe Karl-Heinz Brandt grub sie im Jahr 1966 aus. Doch eben schon seit der Bronzezeit war das Gebiet auf und an der Arberger Düne ein „bevorzugtes Siedlungsareal“, so Uta Halle.

Und dieses Mal – was haben die Archäologen jetzt gefunden? Seit Mitte März eine ganze Menge. Und die Serie der Entdeckungen reißt nicht ab. Hier, etwa acht Kilometer südöstlich der Altstadt von Bremen, fanden (und finden) sie eine Siedlungsstelle aus dem 6. bis 11. Jahrhundert nach Christi Geburt. Halle: „Zur Siedlung gehörte ein Brunnen aus einem ausgehöhlten Baumstamm. Er diente zur Versorgung der Bewohner mit frischem Trinkwasser.“

Nach einem Fototermin fanden die Archäologen gestern „überraschenderweise zwei weitere Baumstammbrunnen“. Erst am Tag zuvor waren sie auf eine mit Steinen eingefasste Feuerstelle getroffen.

Freigelegt werden konnten ansonsten etwa 200 Verfärbungen von Pfostenstandspuren und verschiedenen Gruben. Halle: „Die Pfostenstandspuren von verschiedenen Gebäuden konnten bislang noch nicht zu Grundrissen zusammengefügt werden.“ Etliche Fundstücke – wie beispielsweise Webgewichte und das Bruchstück eines großen Mahlsteins – führen den Archäologen von heute vor Augen, welche wirtschaftlichen Aktivitäten es in der früh- bis hochmittelalterlichen Arberger Siedlung gab. „Sie sprechen für eine eher landwirtschaftliche Nutzung“, so die Landesarchäologin. Der Arberger Einsatz ihres Teams ist übrigens noch nicht beendet: „Weitere Ausgrabungen auf einer benachbarten Fläche werden in den nächsten Wochen folgen, wenn die Bauarbeiten weiter fortschreiten.“

WWW.

landesarchaeologie.bremen.de

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