Archäologen bergen Bestattungsreste

Stephaniviertel: Knochen auf dem Kanal

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Ein im Stephaniviertel freigelegtes Knochenlager.

Bremen - Vor der Kulturkirche St. Stephani tauscht Hansewasser gegenwärtig einen alten Kanal aus, wobei die Bauarbeiter wiederholt auf Schädel und Knochen stießen. Nicht verwunderlich, so Dr. Dieter Bischop von der Landesarchäologie. Denn: „Hier befand sich vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein der Friedhof der Stephanikirche.“

Das Team der Landesarchäologie hat jetzt mit der Anthropologin Swantje Krause mehrere Knochennester freigelegt. Bischop: „Offensichtlich sind schon die Kanalbauer im Jahre 1911 auf die damals noch ungestörten Bestattungen gestoßen und haben die Skelettreste relativ ehrfurchts- beziehungsweise pietätvoll auf dem neu verlegten Kanal niedergelegt.“

Die Archäologen bargen die Bestattungsreste. „Sie werden nun anthropologisch ausgewertet, um die Individuenanzahl zu bestimmen, bevor sie wieder zur Ruhe gebettet werden können“, erklärt Bischop. Und: „Bereits jetzt fallen einige robuste und große Knochen auf. Dies könnte Rückschlüsse auf die früheren Bewohner des Stephaniviertels geben, die vornehmlich Schiffer, Fischer und Hafenarbeiter gewesen waren, deren Leben von harter Arbeit geprägt war.“

Einige Bestattungsreste haben die Archäologen zudem noch in Originallage gefunden – „innerhalb des vergangenen Holzsarges mit Eisennägeln“. Bischop: „Die dicht übereinanderliegenden Bestattungen waren alle ost-west-ausgerichtet, das heißt, die Toten schauten nach Osten, von wo am Jüngsten Tag der Erlöser erwartet wurde. Neben Erwachsenen wurden auch einige Kleinkindbestattungen nachgewiesen, darunter Gräber von Frühgeborenen.“

kuz

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